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Wirtschaftsprognose: Brüderle rechnet mehr Wachstum

zuletzt aktualisiert: 17.07.2010 - 14:14

Hamburg/Berlin (RPO). Die Bundesregierung rechnet nach Angaben von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in diesem Jahr mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum als bislang angenommen. Er sei sicher, dass das Wachstum am Ende des Jahres deutlich mehr sein werde als die bislang erwarteten 1,4 Prozent.

Diese Entwicklung werde sich 2011 fortsetzen, weil der Konjunkturmotor über den Export hinaus angesprungen sei, sagte Brüderle der Zeitung "BZ am Sonntag". Er erwartet nach eigenen Angaben, dass die Zahl der Arbeitslosen durch die günstige Entwicklung im Lauf des Jahres unter drei Millionen sinken wird.

Schon im zweiten Quartal wuchs die deutsche Wirtschaft weit stärker als bislang prognostiziert, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab berichtete. Von April bis Juni belief sich die Wachstumsrate auf mehr als 1,5 Prozent, berichtete das Magazin unter Berufung auf eine Regierungsschätzung. Bisher hatte die Regierung für diesen Zeitraum mit einer Zunahme von 0,9 Prozent gerechnet. Halte der Trend an, werde die Wachstumsrate in diesem Jahr deutlich über zwei Prozent liegen, geht laut "Spiegel" aus der Schätzung hervor.

Handelsverbandschef: Schuldenkrise noch nicht überwunden

Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, warnte indes davor, die Krise voreilig als überwunden zu betrachten. Der "Stresstest" für die Konjunktur stehe noch aus, sagte Börner der "Rheinpfalz am Sonntag". Viele Probleme wie die Schuldenkrise seien bislang noch ungelöst, im Fall des knapp dem Staatsbankrott entgangenen Griechenland sei durch die Rettungspakete lediglich Zeit erkauft worden.

Den niedrigen Euro bewertete Börner als Vorteil für den Export in den Nicht-Euro-Raum. Dennoch dürfe Deutschland bei der konjunkturellen Erholung nicht nur auf Exporterfolge bauen. Parallel dazu müsse auch die Binnenwirtschaft angekurbelt werden, vor allem mit Investitionen in der Bauwirtschaft.

Quelle: AFP/awei

 
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