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Flüchtlingspolitik
Bund räumt Dolmetscher-Mangel in Asylverfahren ein

Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab
Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab FOTO: dpa, ua fpt
Exklusiv | Berlin. Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stehen für die Anhörung von Asylbewerbern vor allem aus Hauptherkunftsländern wie Afghanistan, Eritrea, Syrien und Irak deutlich zu wenig Dolmetscher zur Verfügung. Von Birgit Marschall

Das räumt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion ein, die unserer Redaktion vorliegt. Demnach verfügte das BAMF Ende April über 3101 Dolmetscher. Bei 364.000 anhängigen Asylverfahren Ende 2015 entsprach dies einer Quote von einem Dolmetscher zu 117 laufenden Asylverfahren.

"Die wichtigsten Sprachen, bei denen Herausforderungen hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Dolmetscherkapazitäten bestehen, sind Arabisch, Kurdisch, Persisch, Paschto (Afghanistan) und Tigrinya (Äthiopien/Eritrea)", heißt es in der Antwort der Regierung.

Der Mangel an Übersetzern dürfte eine wichtige Ursache für die häufig zu lange Dauer der Asylverfahren sein. Engpässe ergäben sich in der Fläche, weil sich die Dolmetscherkapazitäten auf die urbanen Räume konzentrierten, heißt es in der Antwort. In keinem Fall seien 2015 Video-Dolmetscher eingesetzt worden, 2016 erst 14-mal.

Bei der Auswahl setzt das Amt der Antwort zufolge keine zu hohen Qualifikationen voraus: "Der Abschluss eines sprachenbezogenen Studiums oder einer staatlichen beziehungsweise IHK-Prüfung ist wünschenswert, aber nicht zwingende Voraussetzung für den Einsatz als Dolmetscher für das BAMF." "

Der Mangel an Dolmetscherinnen und Dolmetschern für Hauptherkunftssprachen ist einer der Gründe, warum die Flüchtlinge weiter ewig auf ihre Anhörung warten müssen", sagte Grünen-Politikerin Luise Amtsberg.

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