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Medizinische Untersuchungen
Ärztekammer-Präsident gegen Alterstests für Flüchtlinge

Bundesärztekammer-Präsident Montgomery kritisiert Alterstests für Flüchtlinge
Frank Ulrich Montgomery, der Präsident der Bundesärztekammer (Archivbild). FOTO: dpa, hcd kde
Berlin/München. Wie kann man das Alter von Asylbewerbern feststellen? Nach der Bluttat von Kandel fordern Politiker ärztliche Tests für junge Flüchtlinge. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, lehnt ein solches Vorgehen ab.

"Wenn man das bei jedem Flüchtling täte, wäre das ein Eingriff in das Menschenwohl", sagte Frank Ulrich Montgomery der "Süddeutschen Zeitung". Die CSU-Bundestagsabgeordneten wollen auf ihrer am Donnerstag beginnenden Klausurtagung die Forderung beschließen, bei allen angeblich minderjährigen Flüchtlingen das Alter festzustellen. Auch im Zuge der Debatte nach der Bluttat von Kandel in Rheinland-Pfalz hatten mehrere Unionspolitiker gefordert, das Alter von Flüchtlingen etwa durch ein Röntgenbild des Handgelenks zu überprüfen.

Montgomery erklärte: "Röntgen ohne medizinische Indikation ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit." Nach den Regeln des Strahlenschutzes sei eine Altersfeststellung nur im Rahmen eines Strafprozesses zulässig. In Kandel in Rheinland-Pfalz etwa, wo ein junger Afghane eine 15-Jährige erstochen hatte, könne das nun zurecht geschehen. Montgomery nannte die Verfahren, zu denen auch Genitaluntersuchungen gehören, allerdings "mit großen Unsicherheiten belastet".

Zuletzt hatte die Zentrale Ethikkommission der Bundesärztekammer dem Bericht zufolge Ende 2016 sowohl die Zuverlässigkeit als auch die Verfassungskonformität von ärztlichen Altersfeststellungen angezweifelt.

(oko/dpa/KNA)
 
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