Festakt in Berlin: Bundespräsident würdigt Entschädigung
von NS-Zwangsarbeitern
zuletzt aktualisiert: 12.06.2007 - 12:41
Berlin (RPO). Bundespräsident Horst Köhler hat am Dienstag den Einsatz von Wirtschaft und Bund zur Entschädigung von überlebenden NS-Zwangsarbeitern gewürdigt. Damit sei die moralische Verpflichtung aus der Geschichte des Nationalsozialismus anerkannt.
Köhler würdigte mit einem Festakt am Dienstag in Berlin die Entschädigung von 1,66 Millionen ehemaligen Zwangsarbeitern und ihrer Angehörigen durch die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft".
Die rund zehn Millionen Zwangsarbeiter wurden vom NS-Staat in fast allen Bereichen von Industrie, Landwirtschaft, Gesundheitswesen und Wohlfahrtsverbänden eingesetzt. Köhler sagte, am Ende hätten viele Deutsche bewusst oder unbewusst von dieser Ausbeutung und letztendlich Versklavung von Menschen überwiegend aus Osteuropa profitiert. Aus diesem Grunde sei es richtig und bedeutsam gewesen, dass nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch der deutsche Staat sich in gleicher Weise zur materiellen Entschädigung verpflichtet hätten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich, dass die milliardenschweren Wiedergutmachungsleistungen in der Nachkriegszeit die Zwangsarbeiter explizit ausgeklammert hätten. Mit dem Abschluss der individuellen Entschädigungen durch die Stiftung folge jetzt die Phase der zukunftsorientierten Arbeit. Es gehe darum, die "immer währende Verantwortung" Deutschlands für die Schrecken des Nationalsozialismus wachzuhalten.
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