kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
TV-Interview Bundespräsident Wulff
  Foto: dpa, Britta Pedersen
Kommentare ()

Umstrittene Äußerungen von Wulff: "Bild" will Mailbox-Nachricht veröffentlichen

zuletzt aktualisiert: 05.01.2012 - 12:12

Berlin (RPO). Die "Bild"-Zeitung will die umstrittenen Äußerungen von Bundespräsident Christian Wulff auf der Mailbox des Chefredakteurs Kai Diekmann veröffentlichen. Diekmann bat den Bundespräsidenten deshalb am Donnerstag schriftlich, diesem Schritt zuzustimmen.

"Wir möchten dies nicht ohne Ihre Zustimmung tun und bitten Sie deshalb im Sinne der von Ihnen angesprochenen Transparenz um Ihr Einverständnis zur Veröffentlichung." Eine Reaktion des Präsidialamtes lag noch nicht vor.

Mit Verwunderung habe "Bild" die Äußerungen Wulffs am Mittwoch in ARD und ZDF zur Kenntnis genommen, wonach es ihm nicht darum gegangen sei, die Berichterstattung über den umstrittenen Hauskredit zu verhindern, sondern diese nur um einen Tag zu verschieben, heißt es in dem Schreiben an den Bundespräsidenten.

TV-Interview in eigener Sache

Bundespräsident Christian Wulff hat mit seinem Interview in eigener Sache nicht alle überzeugt. Die "Bild"-Zeitung widersprach bereits am Morgen Wulffs Aussage, er habe mit seinem Anruf bei Chefredakteur Kai Diekmann eine Berichterstattung zu seiner Hausfinanzierung nicht verhindern wollen.

Der Anwalt des Bundespräsidenten, Gernot Lehr, hat indes eine sechsseitige Stellungnahme zu den gegen Christian Wulff erhobenen Vorwürfen veröffentlicht. Seine Kanzlei habe inzwischen etwa 450 Fragen einzelner Medienvertreter beantwortet, schrieb Lehr am Donnerstag in Berlin. Jetzt würden Antworten auf immer wieder gestellte Fragen und Themenkomplexe zusammengefasst, heißt es in der Publikation.

"Unser Mandant strebt bei der Beantwortung dieser Fragen größtmögliche Transparenz an, soweit diese Sachverhalte betreffen, die in Beziehung zu seinen öffentlichen Ämtern stehen", versichert die Kanzlei. Sie räumt ein, dass "aufgrund des verständlichen Zeitdrucks" die Antworten teilweise noch ergänzungs- oder korrekturbedürftig sein könnten. "Sollte dies erforderlich sein, werden wir unseren Bericht aktualisieren."

"Bild" widerspricht Wulff

Wulff bleibt indes unter Druck. Grünen-Bundestagsfraktionschefin Renate Künast monierte, Wulff habe lediglich über seine Gefühle gesprochen. Der schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner sagte, Wulff werde es schwer haben, Autorität und Integrität wiederzuerlangen. Dagegen sagte FDP-Fraktionsvorsitzende im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, Wulff habe die "Sache" aus der Welt geschafft.

Laut Renate Künast habe Wulff keine der Fragen beantwortet, die das Land beschäftigten. "Niemand weiß, wie oft und wofür sich dieser Präsident noch wird entschuldigen müssen", sagte Künast der "Bild"-Zeitung. Stegner sagte dem Düsseldorfer "Handelsblatt": "Es ist schade, dass Christian Wulff wieder die Chance vertan hat, für Orientierung zu sorgen."

Rückendeckung aus der CDU

SPD-Generalsekretärin Andreas Nahles sieht das Amt des Bundespräsidenten trotz der Entschuldigung weiter beschädigt. Sie habe sich "bei aller Selbstkritik" des Bundespräsidenten gefragt, wie dieser in Zukunft wirklich moralisch die Autorität aufbringen könne, vor Übertreibungen zum Beispiel bei den Finanzmärkten und moralischen Verfehlungen bei anderen zur warnen oder die Pressefreiheit einzufordern", sagte Nahles im ARD-"Morgenmagazin".

Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze stärkt Bundespräsident Christian Wulff nach dessen Interview in eigener Sache den Rücken. "Mich hat der Bundespräsident überzeugt, er hat alle Fragen glaubwürdig beantwortet", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Deutschlandfunk. Zudem habe Wulff die Stärke gehabt, zu seinen Schwächen zu stehen. "Damit sollte es jetzt auch gut sein." Der Bundespräsident habe ein großes Grundvertrauen in der Bevölkerung "und er glaubt zu Recht, dass er daran auch anknüpfen kann", sagte Hintze weiter.

Lesen Sie weiter:

Kommentar: Wulff sucht Pakt mit dem Volk

Zum Nachlesen: Das Interview im Wortlaut

Reaktionen: "Danke dafür. :("

Quelle: APD

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
USA weiter gegen militärisches Eingreifen

Möglicher Militäreinsatz in Syrien

USA weiter gegen militärisches Eingreifen

Nach dem jüngsten Massaker in Syrien ist in der internationalen Gemeinschaft eine Debatte über einen möglichen Militäreinsatz entbrannt. mehr 

Wie die Politik den Fußball verändern will

Innenminister tagen

Wie die Politik den Fußball verändern will

Die Gewalt in und um Fußballstadien beschäftigt die Innenminister. Auf ihrer Tagung in Mecklenburg-Vorpommern wollen sie beraten, wie sich R ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Möglicher Militäreinsatz in Syrien

USA weiter gegen militärisches Eingreifen

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Mehr zum Thema Bundespräsident

Festakt zum "Tag der Befreiung"

Die Niederlande umgarnen Joachim Gauck

Große Gesten, warme Worte und eine Bootstour mit der Königin. Der Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in den Niederlanden. von michael bröcker  mehr

 

Besuch in den Niederlanden

Gauck gedenkt der Befreiung vom Nazi-Joch

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Samstag als erster Deutscher in den Niederlanden zum "Tag der Befreiung" gesprochen. mehr

 

Bundespräsident sagt Ukraine-Reise ab

Gaucks starkes Signal Richtung Kiew

 

Reise in Ukraine wegen Timoschenko abgesagt

Breite Unterstützung für Gauck

 

Traditionelles Sommerfest fällt aus

Gauck lädt im September zum Bürgerfest

 

Ehemaliger Bundespräsident und seine Frau

Memoiren: Wulffs kassieren wohl Millionen

 

Antrittsbesuch in Warschau

Bundespräsident Gauck umarmt die Polen

 

Erste Auslandsreise

Gauck in Polen eingetroffen

Gaucks Ansprache am 19.2.2012

"Ich bin noch nicht mal gewaschen"

Gauck soll neuer Bundespräsident werden

Der DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck hat nach seiner Nominierung für das Amt des Bundespräsidenten umrissen, wie er agieren will. mehr

Top-Services

Rücktrittserklärung vom 17.2.2012

Das sagte Christian Wulff

Bundespräsident Wulff zurückgetreten

Nachdem die Staatsanwaltschaft in Hannover Ermittlungen gegen Christian Wulff aufgenommen hatte ist er als Bundespräsident zurückgetreten. mehr

TV-Auftritt vom 4.1.2012

Protokoll des Wulff-Interviews

TV-Interview mit Bundespraesident Wulff

Der angeschlagene Bundespräsident Christian Wulff stand Bettina Schausten vom ZDF und Ulrich Deppendorf von der ARD Rede und Antwort. mehr

Stellungnahme vom 22.12.2011

Wulffs Erklärung im Wortlaut

Bundespraesident Wulff gibt Erklaerung ab

Christian Wulff hat nach Vorwürfen wegen der Geschäftsbeziehungen zu einem Unternehmerehepaar sein Schweigen gebrochen. mehr

Chronologie

Alle Bundespräsidenten im Überblick

panorama deutschlandfahne flagge DAPD

Sollte Bundespräsident Wulff zurücktreten, wäre er nicht der erste, der auf sein Amt verzichtet. Bundespräsidenten im Überblick. mehr