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Gaucks Taxifahrer bei Gottschalk: "Ich kenne der Mann überhaupt nicht"

VON PHILIPP STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 - 10:31

Der Berliner Taxifahrer Vadim Belon wird zum Medienstar. Im Rückspiegel konnte er miterleben, wie aus dem Bürger Joachim Gauck durch einen Anruf ein designierter Bundespräsident wurde. Bei Gottschalk erzählt er von denkwürdigen Momenten.

Vadim Belon ist bereits ein kleiner Star. Der Berliner Taxifahrer chauffierte Joachim Gauck am Sonntagabend durch Berlin. Ursprünglich sollte es woanders hingehen. Doch am Kaiserdamm kam ein Telefonat dazwischen. Belon wechselte daraufhin die Fahrtrichtung. Jetzt ging es zum Kanzleramt.

Am Dienstagmorgen feiert den gebürtigen Russen die Bild-Zeitung, am Abend ist er dann in der ARD bei Thomas Gottschalk zu Gast. Auch der spielt auf den aktuellen Star-Status des Taxifahrers an. Ein Einspieler zeigt, wie der Moderator Belon bewachen lässt.

Ein ganz normaler Fahrgast

Im Interview mit dem Fernseh-Dino soll Belon dann erzählen, wie das denn so war mit Gauck. Der Russe macht nicht gerade den Eindruck, eine Plaudertasche zu sein. Das Gesicht wirkt etwas missmutig, die Hände hat er vor dem Bauch verschränkt.

Aber Gottschalk – ganz Profi – lässt sich dadurch nicht entmutigen. Natürlich duzt er Belon bereits wie einen alten Kumpel. Ob er den Mann denn überhaupt erkannt habe? In etwas gebrochenem Deutsch antwortet er: „Ich kenne der Mann überhaupt nicht.“ Gauck sei für ihn ein ganz normaler Fahrgast gewesen. Davon habe er 25 am Tag, da achte man nicht so darauf. Freundlich sei Gauck gewesen, und entspannt.

"Das war ganz komisch"

Als dann das Telefon klingelte, sei ihm dann aber schon aufgefallen, dass sich da hinten auf dem Rücksitz etwas Besonderes abspielte. „Wenn man zwei Ohren hat und die sind nicht zugestopft, dann hört man, was da hinten passiert“, sagt der gefühlte Bundespräsidenten-Chauffeur. „Sie fahren jetzt den neuen Bundespräsidenten“, soll Gauck gesagt haben.

„Das war ganz komisch“, erinnert sich Belon. Seinen Ohren wollte er in diesem Moment dann doch nicht so recht trauen. „Sprechen Sie mit mir?“, wollte er wissen. Gauck wiederholte den Satz und gab das neue Ziel aus. Ab zum Kanzleramt.

Belon als Polizisten-Schreck

Daran erinnert sich Belon mit Schmunzeln. Normalerweise dürften Taxifahrer nicht direkt ans Tor fahren. Belon aber fühlte sich offenbar vom Hauch der Geschichte umweht und wollte sich den historischen Moment nicht nehmen lassen. „Ich hab mich ein bisschen frech gemacht und bin direkt zum Tor gefahren“, erzählt er. Da seien die Polizisten erstmal rausgesprungen. Belon lacht.

Die Sache ließ sich dann schnell klären. Insgesamt war Belon nach seiner Erinnerung nicht länger als 14, vielleicht 18 Minuten unterwegs. Dabei ist ihm beim Abschied durchaus bewusst, dass er gerade etwas Besonderes erlebt hat. Von Gauck lässt er sich noch ein Autogramm auf einem gelben Personenbeförderungsschein geben. „J. Gauck“, steht in geschwungener Schrift darauf, darunter das Datum, der 19.02.2012.

Zum Abschluss eine Steilvorlage

Dass Belon ein durchaus humorvoller Typ sein kann, beweist er zum Abschluss des Gesprächs mit Gottschalk. Gottschalk gibt dem Taxifahrer die frotzelnde Steilvorlage: Erst habe er Gauck getroffen, nun auch noch Gottschalk... Belon kontert ironisch und sagt: „Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.“

Quelle: pst/top/csr
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