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Wahl des Bundespräsidenten: Schwarz-Gelb lässt bei Promis Vorsicht walten

zuletzt aktualisiert: 30.06.2010 - 09:59

Berlin (RPO). Wenn die Bundesversammlung den neuen Bundespräsidenten wählt, zählen wie üblich auch viele Prominente zu den Delegierten. In den Reihen von Union und FDP sind es in diesem Jahr allerdings deutlich weniger als üblich. Zu groß ist das Risiko, die sichere Mehrheit zu verspielen.

Unter den 1244 Delegierten aus Bund und Ländern werden diesmal etwa die Schauspielerin Nina Hoss, die Sänger Konstantin Wecker und Sebastian Krumbiegel oder der Olympiasieger Georg Hettich sitzen. Das geht aus der Liste aller Wahlfrauen und -männer hervor.

Angesichts der politischen Bedeutung der Wahl und der guten Umfragenwerte für den rot-grünen Kandidaten Joachim Gauck sind vor allem Union und FDP allerdings vorsichtig bei der Nominierung von Prominenten geworden. Denn für die Bundesversammlung werden die Delegierten zwar von den Parteien ausgewählt, dürfen dann aber frei entscheiden.

Um die rechnerische Mehrheit von 21 Sitzen in der Bundesversammlung nicht zu verspielen, haben CDU, CSU und FDP deshalb diesmal weniger Prominente bestimmt, die den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff zum Präsidenten wählen sollen. Bemerkenswert ist deshalb auch die Nominierung der Verlegerin Friede Springer durch die CDU. Denn die Zeitungen des Springer-Verlages hatten sich bisher deutlich für Gauck ausgesprochen.

Die SPD schickt neben Abgeordneten und Parteimitgliedern prominente Sportler, Künstler und Spitzenfunktionäre der Gewerkschaften in die Bundesversammlung. Politisch brisant ist vor allem die Nominierung der früheren FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher durch die Grünen.

Die FDP bietet an nicht-politischer Prominenz etwa den Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, und den früheren DIHK-Präsidenten Ludwig Georg Braun auf. Zumindest in einem Punkt ist die Linkspartei nicht zu schlagen: Sie schickt mit dem 97-jährigen Erich Knorr den ältesten Wahlmann in die Bundesversammlung.

Quelle: RTR/pst

 
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