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Bundespräsidentenwahl: Twitter-User verbreiten Falschmeldungen

VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 30.06.2010 - 18:35

Berlin (RPO). Im vergangenen Jahr sorgte der Twitter für Wirbel, weil die Politikerin Julia Klöckner, Mitglied der Bundesversammlung, das Ergebnis vorab über den Kurznachrichtendienst verkündete. Auch beim ersten Wahlgang wurden vor der offiziellen Bekanntgabe Gerüchte über den Wahlausgang getwittert. Doch diesmal waren diese falsch.

Mehrere User haben versucht, am Mittwochnachmittag über den Kurznachrichtendienst Twitter das Ergebnis des ersten Wahlgangs zum Bundespräsidenten zu verbreiten. Doch diesmal verbreiteten die meisten falsche Meldungen.

Bereits um kurz vor 14 Uhr verkündetete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über den Nachrichtendienst: "Bundespräsidentenwahl: Twitter: Wulff im 1. Wahlgang gewählt". Darin wollte die Redaktion bei Twitter gelesen haben, dass Christian Wulff sechs Stimmen mehr erhalten habe, als für die absolute Mehrheit nötig gewesen seien. Mittlerweile ist der dahinterliegende Link nicht mehr abrufbar, die renommierte FAZ hat den Artikel auf ihrer Seite schnell wieder gelöscht.

Foto: Screenshot

Gegen Mittag war auch unter dem Namen der Schauspielerin Martina Gedeck folgende Nachricht verbreitet worden: "ok busemann (cdu) hat ne sms bekommen leute :) also kein zweiter wahlgang." Doch die Schauspielerin steckt nicht hinter dem Account, hieß es zunächst von ihrem Management. Später bestätigte sie dies selbst im Fernsehen. Der Grünen-Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer äußerte sich ähnlich, jedoch zurückhaltender: "Geruecht am Rande Bundesversammlung: Wulff gewaehlt. allerdings sollen ihm 13 Stimmen von scharz-geld fehlen."

Kurz zuvor hatte der User "DavidP_de" geschrieben, dass es nach inoffiziellen Meldungen "keinen zweiten Wahlgang" geben würde. Ein Mitglied der Piratenpartei, Sven Krohlas,  war sich kurz darauf sogar sicher, die genauen Stimmenverteilungen zu wissen. Er meldete: "529 Gauck, 595 Wulff, 118 Jochimsen, 2 Rennicke" 

Foto: Screenshot

Kurz darauf stand allerdings fest: Die Twitter-User, darunter auch die Redaktion der FAZ, lagen falsch. Im TV verkündete Bundestagspräsident Norbert Lammert das offizielle Ergebnis im ersten Wahlgang, wonach Christian Wulff die erforderliche Mehrheit nicht im ersten Wahlgang erlangt habe. 44 Stimmen fehlten ihm.

Im zweiten Wahlgang hatten Vorab-Twitterer recht

Auch im zweiten Wahlgang gab es vereinzelte Twitter-User, die das Ergebnis vorweg nehmen wollten. So gab der SPD-Bundestagsabgeordnete Sönke Rix kurz vor der Bekanntgabe bekannt: "Präsidentenwahl: Es gibt einen 3. Wahlgang!!! Die Demokratie und Freiheit setzt sich weiter durch." An genauen Vorhersagen versuchte sich die Twitter-Gemeinde diesmal nicht.

140 Zeichen genügen, um über den Kurznachrichtendienst Twitter eine Nachricht an seine Follower zu verschicken. Durch so genannte Re-Tweets kann eine Nachricht dort in Sekundenschnelle mehrere tausend Leser erhalten.


 
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