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Ursula von der Leyen lacht Freude Panorama ap09
  Foto: AP, AP
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Die Suche nach einem Bundespräsidenten: Ursula von der Leyen - die Favoritin

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 02.06.2010 - 13:14

Berlin (RPO). Sie gilt als Favoritin für das Amt des Bundespräsidenten - Ursula von der Leyen. Zwar steht noch kein Kandidat der schwarz-gelben Koalition fest, und es sind mehrere Namen im Gespräch. Doch die Arbeitsministerin hat durchaus gute Chancen auf den Posten. Denn sie erwarb sich nicht nur in kürzester Zeit Ansehen in der Politik, sie zählt auch bei den Bundesbürgern zu den beliebtesten Politikern.

Die 51-Jährige kristallisiert sich immer mehr als Favoritin heraus: Im CSU-Präsidium gibt es Parteikreisen zufolge eine "klare Präferenz" für Ursula von der Leyen (CDU) als neue Bundespräsidentin, hieß es am Mittwochmittag. Neben CSU-Chef Horst Seehofer hätten sich auch Bundesagrarministerin Ilse Aigner, Bayerns Umweltminister Markus Söder und die Münchner Landtagspräsidentin Barbara Stamm in einer Schaltkonferenz am Morgen für von der Leyen ausgesprochen.

Auch die FDP signalisiert offenbar Zustimmung für  von der Leyen. "Es läuft alles auf Frau von der Leyen hinaus", wurde den "Ruhr Nachrichten" am Mittwoch in hochrangigen FDP-Kreisen bestätigt. In der sechsstündigen Sitzung des Parteipräsidiums am Dienstagabend sei von der Leyen als Kandidatin "auf Zustimmung" gestoßen.

Von der Leyen ist populär: Im April dieses Jahres wurde sie im ARD-Deutschlandtrend beliebteste Politikern. 58 Prozent der Wähler zeigten sich mit ihrer Arbeit zufrieden. Höher bewertet wurde damals nur Bundespräsident Horst Köhler - der jetzt zurücktrat. Die Beliebtheit der Politikerin hält seit Jahren an, stets belegt sie einen Spitzenplatz, konkurriert dabei mit Kanzlerin Angela Merkel, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Letzterer ist ebenfalls im Gespräch für das Amt des Bundespräsidenten. Allerdings hat er im Vergleich zu von der Leyen zwei entscheidende Nachteile. Erstens ist es vor allem sein Gesundheitszustand, über den Ungewissheit herrscht und der dem Amt im Wege stehen könnte. Zweitens ist er selbst in den eigenen Reihen als Minister umstritten. Aber die Bundesregierung will und braucht jetzt vor allem eins: Einen Kandidaten, der von allen Fraktionen getragen werden könnte und so die Krise der Koalition nicht noch verschärft, sondern vielleicht sogar abmildert.

Schnell einen Namen gemacht

Die Ministerin bringt mit, was es für das Amt des Bundespräsidenten braucht. Sie ist beliebt in der Bevölkerung, hat sich durch ihre Amtsführung als Arbeits- und zuvor als Familienministerin bundesweit einen Namen in der Politik gemacht und gilt als durchsetzungsstark. Und vor allem hat sie eins: politische Erfahrung. Genau das ist es, was die Union jetzt für das Amt haben will.

Von der Leyen stieg schnell von der Unbekannten zur Spitzenpolitikerin auf. Erst im Februar 2006, also einige Monate nach ihrer Ernennung als Familienministerin, tauchte sie erstmals im Politikerranking auf. Doch dann schon auf Platz acht - mit 49 Prozent Zustimmung. Ende 2007 reichte es sogar schon für Platz drei im Deutschlandtrend. 

1958 wurde sie in Brüssel als Tochter des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht geboren. Das Talent des Vaters scheint ihr in die Wiege gelegt worden zu sein. Erst im Jahr 2001 übernahm sie ein politisches Mandat für die CDU - in der Kommunalpolitik. Sie wurde Ratsfrau und Chefin der CDU-Ratsfraktion in Sehnde bei Hannover.

Nur eineinhalb Jahre später kandidierte sie für den Landtag - und zog prompt ein, wurde sogar direkt Sozialministerin. Diese Erfahrungen hat sie auch in ihren späteren Bundesämtern eingebracht und waren zudem ein Grund, warum sie bei den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen als Gesundheitsministerin im Gespräch war - neben ihrer Ausbildung als Ärztin.

Seit 2005 Ministerin

Wieder lediglich eineinhalb Jahre sollte es dauern, bis von der Leyen einen Platz im CDU-Präsidum innehatte. Und nach der Bundestagswahl 2005 schließlich wurde sie Familienministerin. Ein Amt, dass sie sofort in Beschlag nahm und sie auch als das "soziale Gewissen" der CDU bekannt machte.

Ob Elterngeld oder Ausbau der Betreuungsplätze - die 51-Jährige setzte dort an, wo es die Wähler direkt betraf. Aus dem eher blassen Amt der Familienministerin machte sie ihres, setzte Akzente die es jetzt ihrer Nachfolgerin Kristina Schröder mehr als schwer machen, sich von ihr abzusetzen.

Auch im Arbeitsministerium packte die Ministerin sofort zu, nahm sich das schwierige Thema Jobcenter-Reform vor und konnte nach langem Ringen einen Kompromiss finden. Bei der Diskussion um Hartz IV sprach sie ebenfalls deutliche Worte, warnte davor, Langzeitarbeitslose als arbeitsunwillig über einen Kamm zu scheren. Damit traf sie den Nerv der Wähler - und fügte ihrer Beliebtheit ein paar Pünktchen hinzu.

Kritik zu Internetsperren

Natürlich muss auch die Ministerin immer wieder Kritik einstecken. So etwa bei ihrem Versuch, Internetsperren im Kampf gegen Kinderpornografie durchzusetzen (was scheiterte) oder der Vorschlag der Bürgerarbeit für Hartz-IV-Empfänger, mit dem sie erst kürzlich Schlagzeilen machte. Doch an der CDU-Politikerin scheint Kritik immer wieder abzuprallen, ohne dass sie Schaden nimmt.

Von der Leyen gibt sich zudem volksnah. Immer wieder ist sie in Fernsehsendungen zu Gast. Beantwortet mit strahlendem Lächeln und höflich alle Fragen. Selbst für ein Unterhaltungssendung wie "Wetten dass..???" ist sie sich nicht zu schade.

Nicht zuletzt kommt ihr auch die Rolle des Familienmenschen zugute. Zwar wurde sie oft belächelt als Mutter von sieben Kindern, doch das verschaffte ihr vor allem eins: Den Ruf, Erfahrung zu haben. Und die konnte sie über die Jahre in der Politik kontinuierlich ausbauen. Das Amt des Bundespräsidenten würde ihre steile Karriere daher nur noch krönen.

Mit Agenturmaterial

Quelle: ddp

 
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