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Triumphaler Abend für AfD und Liberale
Das sind die Ergebnisse der Wahl im Überblick

Bundestagswahl 2017 – das sind die Gewinner und Verlierer
Düsseldorf/Berlin. Grund zum Feiern haben vor allem die kleinen Parteien: Die FDP schafft den Wiedereinzug in den Bundestag, die AfD wird erstmals im Parlament vertreten sein – und das gleich als drittstärkste Kraft. Die Ergebnisse im Überblick.  Von Franziska Hein

Die große Koalition aus SPD und CDU gehört der Vergangenheit an: Das wurde schon in den ersten Minuten nach der ersten Prognose um 18 Uhr deutlich. Führende SPD-Politiker, darunter auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, kündigten an, in die Opposition zu gehen.

CDU/CSU

Die Union fährt bei der Bundestagswahl 2017 voraussichtlich das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein. CDU/CSU lagen nach den Hochrechnungen bei rund 32,9 Prozent. Nur 1949, im Jahr der Gründung der Bundesrepublik, wählten noch weniger Menschen die Union. Bei der letzten Bundestagswahl hatten CDU und CSU noch 41,5 Prozent der Wählerstimmen bekommen. 

Bundestagswahl 2017: So feiert die FDP FOTO: rtr, RO/KP/

SPD

Hochrechnungen sehen die SPD bei 20,5 Prozent. Damit schnitt sie noch schlechter ab als 2013, als Peer Steinbrück die SPD im Wahlkampf angeführt hatte. Martin Schulz kündigte an, weiterhin SPD-Vorsitzender bleiben zu wollen. Schulz den am Montag tagenden SPD-Gremien Andrea Nahles als neue Fraktionschefin vorschlagen - das erfuhr unsere Redaktion aus Partei- sowie Fraktionskreisen. Die Wahl soll am Mittwoch stattfinden. 

AfD

Die AfD kommt auf 12,9 Prozent. 2013 war sie noch an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Damals erreichte sie 4,7 Prozent. Nun wird die Partei drittstärkste Kraft im Bundestag, noch vor der Linken und den Grünen. Wer künftig für die Rechtspopulisten im Parlament sitzen wird, sehen Sie hier. Der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland kündigte sofort nach der ersten Prognose um kurz nach 18 Uhr an, die anderen Parteien im Parlament herausfordern zu wollen. "Wir werden sie jagen", sagte Gauland. 

FDP

Grund zum Jubeln hat die FDP. Die Liberalen schaffen den Wiedereinzug in den Bundestag - und das deutlich. Hochrechnungen zufolge erreicht die Partei 10,7 Prozent. Bei der letzten Bundestagswahl war sie an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert (4,8 Prozent). Danach hatte Christian Lindner die Parteiführung übernommen und die FDP Stück für Stück neu aufgebaut. Bei der NRW-Landtagswahl im Mai 2017 erreichte die FDP mit Lindner an der Spitze 8,6 Prozent der Stimmen und wurde Junior-Partner in der neuen schwarz-gelben Landesregierung. Christian Lindner wechselt nun von Düsseldorf nach Berlin.

Grüne

Freuen können sich auch die Grünen. Nachdem vor der Wahl der Untergang der Grünen prognostiziert worden war, können sie ihr Ergebnis nach den ersten Hochrechnungen sogar noch verbessern. Sie schaffen 8,9 Prozent. 8,4 Prozent bekamen die Grünen 2013.

Die Linke

In der vergangenen Legislaturperiode waren Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch noch Oppositionsführer im Bundestag. Damals war die Linkspartei drittstärkste Kraft (8,6 Prozent) nach Union und SPD. Bei der Bundestagswahl 2017 kann die Partei zwar leicht zulegen, doch das reicht ihr nicht. Hochrechnungen sehen sie bei rund 9,2 Prozent. 

Sitzverteilung

Die Sitzverteilung sieht nach der Hochrechnung des ZDF so aus: Bei 695 Sitzen bekommt die Union 240 (2013: 311), SPD 152 (193), AfD 95, FDP 76, Grüne 66 (63) und Linke ebenfalls 66 Mandate (64).

Die Wahlbeteiligung sahen ARD und ZDF bei 75,9 bis 76,5 Prozent (71,5).

Hier können Sie den Wahlabend in unserem Live-Blog verfolgen.

 
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