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Die Macht der älteren Generation: Die Rentner entscheiden die Bundestagswahl

VON MICHAEL BRÖCKER UND EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 20.06.2009 - 22:38

Berlin (RP). Die Senioren sind sich ihrer Macht wohl bewusst: "Ohne die Alten ist auf Dauer keine Wahl mehr zu gewinnen", sagte der Vorsitzende der Senioren Union, Otto Wulff. Aktuell zählt ein gutes Drittel der Wahlberechtigten zur Gruppe der Über-60-Jährigen. Und der Einfluss der Generation über 60 Jahre wird in einer Gesellschaft, in der die Menschen wenig Kinder und eine hohe Lebenserwartung haben, von Wahl zu Wahl größer.

Die Rentner haben bei der Bundestagswahl die Macht. Foto: RPO

"In etwa 15 Jahren werden 50 Prozent der Wähler aus Altersgründen oder aus sozialen Gründen nicht mehr in der Lage sein, von ihrem eigenen Geld zu leben", betont der Ökonom Bernd Raffelhüschen. Für die Politik werde es schwierig, gegen die Mehrheit der Wähler die Kürzungen von Leistungen durchzusetzen.

Die Politiker spüren bereits heute die Macht der älteren Generation. Mit der außerplanmäßigen Rentenerhöhung zum 1. Juli und dem gestern verabschiedeten Gesetz, das jede Rentenkürzung ausschließt, wurden bereits zwei Entscheidungen für die Senioren getroffen.

Gerechte Verteilung immer mühsamer

Der CDU-Rentenexperte Peter Weiß sieht das gute Verhältnis der Generationen untereinander in Gefahr. "Es wird immer mühsamer, eine Politik durchzusetzen, in der die Lasten gerecht verteilt werden", sagte er unserer Zeitung.

Auch Senioren-Unions-Chef Wulff hält erhebliche Verteilungskämpfe zwischen alter und junger Generation in Zukunft für möglich. Um dies zu verhindern, mahnt er die Verantwortung seiner eigenen Generation an. "Die Alten dürfen ihre Macht nicht dazu nutzen, um sich gegen die jüngere Generation abzuschotten. Das wäre verhängnisvoll und würde die Demokratiefähigkeit unseres Landes gefährden."

Experten raten der Politik, der Versuchung zu widerstehen, die Masse der Senioren mit ökonomischen Versprechen zu locken. "Die Senioren wählen differenziert. Die Rentenpolitik wird in der Gruppe der Über-60-Jährigen genauso kritisch gesehen wie im Rest der Bevölkerung", sagte der Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner vom Institut TNS Emnid.

Geld für Kinder und Enkel

Zudem würden Ältere in ihre Entscheidung auch einbeziehen, was die Politik für "ihre Kinder und Enkel" tue. "Am meisten Geld geben die Senioren, abgesehen von alltäglichen Verpflichtungen, für die Unterstützung der Kinder und Enkel aus."

Auch der Politikexperte und frühere Stoiber-Berater Michael Spreng hält einen Senioren-Wahlkampf für kontraproduktiv. "Die Senioren wissen selbst am besten, dass Maßnahmen wie das Rentenkürzungsverbot Symbolpolitik sind. Solche politischen Garantien halten nie."

Quelle: RP

 
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