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Wahl-Umfrage: Hauchdünner Vorsprung für Schwarz-Gelb

zuletzt aktualisiert: 23.09.2009 - 09:24

Berlin (RPO). Der Vorsprung für Schwarz-Gelb schwindet in neuen Umfragen zur Bundestagswahl immer mehr. Union und FDP verlieren sowohl beim "stern-RTL-Wahltrend" als auch bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des "Handelsblatts" immer mehr Stimmen.

Nach dem letzten "stern-RTL-Wahltrend" vor der Wahl verliert die Union gegenüber der Vorwoche zwei Punkte und kommt auf 35 Prozent. Die FDP käme auf 13 Prozent (plus 1). Schwarz-Gelb hätte damit mit 48 Prozent einen denkbar knappen Vorsprung gegenüber dem Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei, das in der Umfrage 47 Prozent erreichte.

Die SPD steigerte sich im Vergleich zu Anfang vergangener Woche um zwei Punkte auf 26 Prozent. Die Grünen erhielten stabil 11 Prozent, die Linke unverändert bei 10 Prozent. Auch bei den Sympathiewertem konnte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zulegen. Er liegt aber weiterhin deutlich hinter Kanzlerin Angela Merkel, die Punkte einbüßte. Wenn die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich der Umfrage zufolge noch 49 Prozent für Merkel entscheiden, sieben Prozentpunkte weniger als in der vergangenen Woche. Steinmeier steigerte sich um zwei Punkte auf 26 Prozent.

Steinmeier sei es gelungen, einen Teil der SPD-Abwanderer wieder einzufangen, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Die Anhänger der Partei stünden nun geschlossen hinter ihm. "Das Rennen wird wieder knapp. Aber zusammen mit den Überhangmandaten könnte es für Union und FDP eine Mehrheit geben." Bis zur Wahl erwartet Güllner kaum noch Wählerwanderungen von einem Lager zum anderen. Auch gebe es nur noch wenige Unentschlossene, die zur SPD wechseln würden. "Möglich sind aber noch Verschiebungen innerhalb der Lager, vor allem zwischen Union und FDP", sagte er.

Für die Umfrage wurden rund 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 15. bis 21. September befragt.

Chancen schwinden auch laut "Handelsblatt"

Union und FDP verlieren ebenfalls laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des "Handelsblatts" kurz vor dem Ziel an Zuspruch und erreichen zusammen nur noch 46 Prozent. Das würde auch unter Einrechnung der erwarteten Überhangmandate nicht mehr für eine bürgerliche Parlamentsmehrheit reichen, berichtete die Zeitung am Mittwoch. Diese stehe nach internen Berechnungen erst ab 47 Prozent.

Die Union rutscht den Angaben zufolge auf 34 Prozent ab, die FDP auf zwölf Prozent. Das sei zusammen der schwächste Wert für Schwarz-Gelb seit Beginn der heißen Wahlkampfphase Anfang Juli. Damit scheine sich die Entwicklung von 2005 zu wiederholen, als der sicher geglaubte Vorsprung von Union und FDP in den letzten Tagen vor dem Urnengang verloren ging, schreibt das "Handelsblatt". Die SPD kann sich in der Umfrage auf 27 Prozent verbessern, die Linken erreichen zwölf, die Grünen zehn und sonstige Parteien zusammen fünf Prozent.

Das Berliner Meinungsforschungsinstitut Info GmbH befragte für das "Handelsblatt" 1513 Wahlberechtigte. Befragungszeitraum war die Woche nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. "Dramatisch" sei dabei laut Info GmbH die Wende bei der Frage ausgefallen, welche Koalition die Befragten erwarteten: Schwarz-Rot schoss den Angaben zufolge von 25 auf 43 Prozent, Schwarz-Gelb sackt von 47 auf nur noch 32 Prozent ab.

Quelle: RTR/jt

 
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