kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Lafontaine Bundesparteitag Pan 20/06/09
  Foto: DDP, AFP
Kommentare ()

Bundestagswahl: Lafontaine offen für Linksbündnis

zuletzt aktualisiert: 20.06.2009 - 20:37

Berlin (RPO). Die Linke macht SPD und Grünen Avancen für ein Bündnis nach der Bundestagswahl im Herbst. "Wir verweigern uns einer Regierungszusammenarbeit nicht", sagte Parteichef Oskar Lafontaine am Samstag in Berlin. Fraktionschef Gregor Gysi schränkte allerdings ein, dass sich die möglichen Partner vor einer Zusammenarbeit zunächst wandeln müssten. Die SPD erneuerte ihre Absage an die Linke.

Lafontaine stellte die Kernpunkte des Bundestagswahlprogramms vor, das am (morgigen) Sonntag verabschiedet werden soll. Der Entwurf fordert unter anderem zehn Euro Mindestlohn für alle Branchen, höhere Steuern für Reiche, die Verstaatlichung von Privatbanken sowie die Abkehr von der NATO und Bundeswehr-Einsätzen im Ausland. Allerdings brachten Delegierte zum Entwurf der Parteispitze rund 1.000 eigene Anträge ein. Vor dem Parteitag hatten sich die diversen Strömungen teils öffentlich gestritten und auch Lafontaine angegriffen.

"Nicht mit uns selbst beschäftigen"

Deshalb mahnte vor allem Gysi zur Geschlossenheit. "Jetzt möchte ich, dass wir die Bürgerinnen und Bürger erreichen und nicht uns mit uns selbst beschäftigen", sagte Gysi. Jede einzelne Gruppierung in der Partei müsse sich daran erinnern, dass sie alleine gesellschaftlich völlig irrelevant sei.

Auch in der Frage, ob die Linke mitregieren soll, herrscht keine Einigkeit. So sprachen sich einige Delegierte für die Oppositionsrolle aus, darunter Linksaußen Sahra Wagenknecht. Sie warb für außerparlamentarische Proteste wie in Frankreich. Dafür zeigte sich auch Lafontaine offen. Er verlangte den "politischen Streik, den Generalstreik".

Lafontaine verteidigte die intern umstrittene Forderung nach zehn Euro gesetzlichem Mindestlohn. Der Wert liege nur wenig über Mindestlöhnen im Ausland. Einige Delegierte setzten sich für eine Festlegung auf nur acht Euro ein. Die Debatte darüber verlief aber zunächst zahm.

100 Milliarden Investitionen

Lafontaine wiederholte auch die Forderung nach einer Erhöhung des Hartz-Regelsatzes von heute 351 auf 500 Euro, nach entsprechender Erhöhung der Renten und nach Abschaffung der Leiharbeit. Zudem will die Linke mit jährlichen Investitionen von 100 Milliarden Euro und einem 100-Milliarden-Euro-Zukunftsfonds insgesamt zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen, eine Million davon im öffentlichen Dienst.

Neben einer Börsenumsatzsteuer, einer "Millionärssteuer" und einer höheren Erbschaftssteuer verlangt die Linke nach Lafontaines Worten eine Einkommensteuerreform mit einem Spitzensteuersatz von 53 Prozent. Damit würden Ledige ab einem Einkommen von 70.000 Euro pro Jahr belastet, niedrigere Einkommen entlastet.

"Eigentumsstrukturen reformieren"

Lafontaine bezeichnete die Wirtschafts- und Finanzkrise als Chance, "die Eigentumsstrukturen grundsätzlich zu reformieren". Wenn Steuergelder zur Sanierung von Betrieben flössen, dann müssten daraus Belegschaftsanteile werden. "Die Mitarbeitergesellschaft ist das Unternehmen der Zukunft."

Für den Finanzsektor verlangte Lafontaine eine komplette staatliche Kontrolle: "Ich beschränke mich bewusst nicht auf die Forderung nach einer Verstaatlichung der Banken." Hinzukommen müsse eine starke Regulierung der Finanzgeschäfte.

Absage von Müntefering

SPD-Chef Franz Müntefering reagierte auf Lafontaine und den Entwurf des Wahlprogramms mit Ablehnung. "Was da gefordert wird, ist populistisch, ökonomisch unvernünftig und europaskeptisch bis -feindlich", sagte er in München. Das Linke-Programm richte sich "in ungeheuerlicher Weise gegen unsere internationalen Aufgaben. Deshalb wird mit der Linken auf der Bundesebene nichts sein."

Quelle: AP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Sauerland muss um sein Amt zittern

Tag der Entscheidung in Duisburg

Sauerland muss um sein Amt zittern

Am Sonntag haben Duisburgs Bürger das Wort: Morgen wird sich entscheiden, ob Sauerland sein Büro vorzeitig räumen muss. mehr 

Mexiko setzt auf Frauen in Führungspositionen

Cervantes wird oberste Polizeichefin

Die mexikanische Regierung setzt in ihrem Kampf gegen die organisierte Kriminalität verstärkt auf Frauen in Führungsposition. Präsident Feli ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Tag der Entscheidung in Duisburg

Sauerland muss um sein Amt zittern

Mexiko setzt auf Frauen in Führungspositionen

Cervantes wird oberste Polizeichefin

Bundespräsident wird zum Pointengeber

Wulff - der Witz der Session

Bewegung für Sunniten, Schiiten und Kurden

Säkulare Partei im Irak gegründet

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Schahidi: "Mit diesem Sieg hat Borussia ein Ausrufezeichen gesetzt!"

Nach zwei eher bescheidenen Spielen (Wolfsburg und Hertha) lässt es Borussia im eigenen Stadion wieder richtig krachen. Nach 110 ... mehr 

Wulff intervenierte auch bei Springer-Chef Doepfner wegen Artikel

Bundespräsident wird zum Pointengeber

Wulff - der Witz der Session

Der Bundespräsident wird bei den Büttenrednern in diesem Jahr zum Pointengeber. In den Karnevalshochburgen ziert er die Wagen der Rosenmontagszüge. Auf den Sitzungen widmen ihm die Jecken lange Passagen ihrer Programme. Von Sybille Möckl  mehr

 

Bundesverkehrsminister Ramsauer:

"Es wird keinen Freibrief für Raser geben"

 

Gesundheitsminister Bahr im Interview

Rückzahlung für Millionen Versicherte ?

 

Stunde der Entscheidung

Sauerland kämpft um sein Amt

 
 

Daniel Bahr im Interview

Kassen sollen Überschüsse auszahlen

Top-Services