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Stars helfen den Parteien: Prominente Wahlhelfer

VON AP-KORRESPONDENT GERHARD KNEIER - zuletzt aktualisiert: 21.09.2009 - 19:11

Frankfurt/Main (RPO). Roland Kaiser singt für die SPD, Heiner Lauterbach wirbt auf der CDU-Homepage für die Kanzlerin: Auch in diesem Bundestagswahlkampf freuen sich die Parteien wieder über prominente Wahlhelfer von außerhalb der Politik.

Mit Internetspots, Talkshows, Zeitungsanzeigen oder auch direkt auf Wahlkundgebungen der Parteien rühren Prominente die Werbetrommel für die von ihnen bevorzugte politische Richtung. Und den Parteistrategen kommen sie natürlich gerade recht - kann man mit Hilfe der Promis doch womöglich auch Leute ansprechen, die mit herkömmlichen Wahlkampfmethoden kaum zu erreichen sind.

Der sicher erfahrenste der prominenten Wahlkämpfer ist wieder einmal Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass, der wie einst unter Willy Brandt der SPD auch mit Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier die Unterstützung nicht versagt. Zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl startete er in Berlin zu einer "politischen Lesereise" durch Ostdeutschland.

Obwohl er wegen deren Zustimmung zur Grundgesetzänderung beim Asylrecht schon 1993 aus der SPD austrat, ist er wieder mit Leidenschaft dabei. So beschimpft er FDP-Chef Guido Westerwelle als "großmäuligen Schaumschläger" und den Linken Oskar Lafontaine als "Meister der Demagogie".

Peter Maffay dagegen trat mit einem Konzert in Salzgitter seinem Freund, Umweltminister Sigmar Gabriel, zur Seite - samt vorgeschalteter Talkrunde mit Steinmeier. Dass die Sozialdemokraten aber auch musikalisch ein breites Spektrum ansprechen wollen, unterstreichen Opernsänger Thomas Quasthoff als Mitunterstützer und Schlagersänger Roland Kaiser, der in Münster auch bei einer Wahlkundgebung singt.

Und in Zeitungsanzeigen wirbt die SPD mit einer ganzen Reihe höchst prominenter Helfer, darunter die Schauspieler Senta Berger, Renan Demirkan und Leonard Lansink, "Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel, die Schriftsteller Sten Nadolny, Juli Zeh und Leonie Ossowski, "Käptn Blaubär" Wolfgang Völz und Pastor Friedrich Schorlemmer.

"Super-Nanny" mit von der Partie

"Super-Nanny" Katharina Saalfrank reist schon seit Wochen als SPD-Wahlhelferin durch die Lande. Und demnächst startet noch eine Wahlkampftour mit Kabarettistin Maren Kroymann, die sich speziell an Schwule und Lesben richtet. Eine Parteisprecherin freut sich über das Engagement der Prominenten die als Sprachrohr und identitätsstiftend wirkten. Auch aus der Migrantenszene seien viele dabei, so Schauspieler Adnan Maral aus der TV-Serie "Türkisch für Anfänger", der Steinmeier sogar zum Fernsehduell gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend in Berlin begleitete.

Doch hier musste natürlich auch die CDU-Vorsitzende nicht auf prominenten Beistand verzichten. Der aus der Fernsehserie "Der Alte" bekannte Schauspieler Charles M. Huber war ebenfalls live mit dabei. Er erklärte sich auch bereit, die Kanzlerin auf ihrer Wahlkampfreise durch Deutschland mit dem Zug "Rheingold" zu begleiten, ebenso Sportler wie Rad-Olympiasieger Jens Lehmann und Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann oder die Journalistin Beate Wedekind.

Und der Musikproduzent Leslie Mandoki, einst als Sänger bei "Dschingis Khan" bekanntgeworden, nahm nicht nur am zentralen Wahlkampfauftakt der CDU in Düsseldorf teil. Er hat auch die Hymne für Merkels Wahlhelfer vom "Team Deutschland" geschrieben. Der als Arzt der "Schwarzwaldklinik" populär gewordene Schauspieler Sascha Hehn wiederum bekundet öffentlich seine Unterstützung für Angela Merkel, attackiert in Interviews auch gleich SPD-Kandidat Steinmeier und sagt, der sei "Bürokrat und kein Politiker".

Oliver Bierhoff und Uschi Glas für Merkel

Auch Fußball-Manager Oliver Bierhoff, Boxerin Regina Halmich, Modedesigner Wolfgang Joop, Musikmanager Thomas Stein, Exfußballer Olaf Thon, Kabarettistin Anka Zink sowie die Schauspieler Uschi Glas, Ralf Moeller und Heiner Lauterbach engagieren sich für die CDU - nicht zuletzt mit einer Anzeige "Angela Merkel soll Kanzlerin bleiben". Auch die Sprecherin der Unionspartei freut sich über die Unterstützung Prominenter, der sie auch eine Multiplikatorenwirkung zuspricht.

Die FDP wiederum konnte "Mutter Beimer" Marie-Luise Marjan und Dressurreiterin Nadine Capellmann zum Fundraising-Dinner des FDP-Bürgerfonds in Bonn begrüßen. Und auf der Homepage der Partei werben unter anderem die Schauspieler Sky du Mont und Julia Biedermann, Unternehmerin Regine Sixt, Bildhauer Heinz Mack, Liedtexter Bernd Meinunger, Verleger Florian Langenscheidt, Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer, Schlagersänger Bernhard Brink und Tennismanager Patrik Kühnen für die Liberalen.

Und auch bei den Grünen lobt Parteichefin Claudia Roth den "großen Rückhalt", den die Partei mit der Unterstützung vor allem durch Künstlerinnen und Künstler erfahre. So ruft etwa Nina Hagen in einem Videostatement aus: "Grüne ab in die Regierung" und wettert gegen Atomkraft und radioaktive Verseuchung. Auch Schauspieler wie Jasmin Tabatabai, Ralph Herforth und Volker Brandt, Entertainer Dirk Bach, Rockröhre Suzi Quatro, Dramatiker Albert Ostermaier und Moderator Peter Illmann rufen auf der Grünen-Homepage zu deren Wahl auf.

Die Linke setzt in ihren Wahlkampfanzeigen mehr auf die Unterschriften von Betriebs- und Personalräten sowie Gewerkschaftern. Immerhin war bei Maybrit Illner im ZDF der Schriftsteller Wladimir Kaminer zusammen mit Parteichef Lafontaine für die Linkspartei mit von der Partie.


 
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