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Linkspartei legt drastisch zu: Schwarz-Gelb rutscht unter 50 Prozent

zuletzt aktualisiert: 09.09.2009 - 09:49

Berlin (RPO). CDU und FDP sind in der Wählergunst auf den schlechtesten Stand seit Januar gefallen. In zwei neuen Umfragen kann vor allem die Linkspartei zulegen. Mit 14 Prozentpunkten erzielt sie den besten Wert des Jahres. Die SPD habe die Öffnung für Rot-Rot salonfähig gemacht, sagen Forscher. Doch für eine Trendwende reicht es nicht.

Die wöchentlich erhobenen Umfragen der Institute Forsa und Allensbach sehen die Linkspartei als Gewinner der Tage nach den Landtagswahlen in Thüringen und im Saarland. Die Ergebnisse sind drastisch. Aber auch mit Vorsicht zu genießen, da wöchentlich erhobene Umfragen anfälliger sind für akute Stimmungen. Kommt es am 27. September bei der Bundestagswahl zum Schwur, kommen beim Wähler wieder vermehrt alte Loyalitäten zum Tragen.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Schwarz-Gelb CDU und FDP streben nach der Bundestagswahl ein Bündnis an. Erstmals seit Januar fallen die beiden Parteien unter 50 Prozent. Für eine Mehrheit im Parlament würde es aber immer noch reichen. Union und FDP liegen trotz leichter Verluste weiter vor dem linken Lager.

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In der Forsa-Umfrage für Stern und RTL büßt die Union einen Punkt auf 35 Prozent ein, ihr Wunschpartner FDP hält sich aber bei 14 Prozent. Damit fällt Schwarz-Gelb zwar unter 50 Prozent. Aber auch mit 49 Prozent reicht es für eine relative Mehrheit gegenüber dem linken Lager, das insgesamt nur 45 Prozent erreicht. Ein ganz ähnliches Bild ergibt die Allensbach-Umfrage. Demnach könnte die Union mit 35,0 Prozent rechnen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, ihr Wunschpartner FDP mit 13 Prozent. Der Vorsprung schmilzt.

Die Linke Die Partei von Oskar Lafontaine und Bodo Ramelow kann im Vergleich zur Vorwoche deutlich zulegen. Im Stern-RTL-Wahltrend gewann sie sage und schreibe vier Punkte hinzu und liegt damit bei 14 Prozent. In der Allensbach-Umfrage für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom Mittwoch fällt der Zuwachs nicht ganz so drastisch aus. Mit immerhin zwei Punkten legt sie auf 11,5 Prozent zu.

Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte die starken Gewinne für die Linkspartei vor allem mit der Diskussion über rot-rote Bündnisse im Saarland und Thüringen. Wenn die SPD jetzt die Schleusen nach links öffne, mache sie die Linke salonfähig, sagte er laut Vorabbericht des "Stern". Viele Wähler würden dann gleich zu den "radikalen Vereinfachern" gehen. Nach einer Forsa-Analyse könne die Linke inzwischen in allen westlichen Bundesländern bei der Wahl am 27. September mit mehr als fünf Prozent rechnen.

Ist das ein Linksruck? Nicht ganz. Denn was die Linke dazugewinnt, verlieren Grüne und SPD. Stimmenwanderung im eigenen Lager. Die SPD verlor laut Forsa einen Punkt auf 21 Prozent, die Grünen verloren zwei Punkte auf nun zehn Prozent. Rechnet man die Ergebnisse zusammen, kommt Rot-Rot-Grün so mit 45 Prozent bundesweit auf einen Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Die Verhältnismäßigkeiten finden sich in etwa auch bei Allensbach. Dort büßen SPD und Grüne gegenüber der Vorwoche je einen halben Punkt ein: Die SPD sackt auf 22,5 Prozent ab, die Grünen auf 13,0 Prozent.

Nur mit einem rot-rot-grünen Bündnis hätten SPD, Grüne und Linke überhaupt eine Machtperspektive. Die allerdings ist erkennbar. Vor allem, wenn man die Zahlen von Allensbach zugrundelegt: Ein schwarz-gelbes Bündnis käme demnach auf 48 Prozent, das linke Lager auf 47 Prozent.

Auch Merkel verliert Verringert hat sich in der Forsa-Umfrage auch der Vorsprung von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihren SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. Die CDU-Vorsitzende kam jetzt auf 53 Prozent und verlor damit gegenüber der Vorwoche vier Prozentpunkte. Dagegen konnte sich der SPD-Kanzlerkandidat leicht von 18 auf 20 Prozent verbessern.

Das Fernsehduell der beiden Spitzenkandidaten am kommenden Sonntag könnte die Zahlen durchaus noch verändern: Mit 56 Prozent gab mehr als jeder zweite befragte Zuschauer an, es habe große oder sehr große Bedeutung für seine Wahlentscheidung.

Quelle: RTR/AP

 
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