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Endspurt der Bundestagswahl: Schwarz-Gelb und Rot-Rot-Grün gleichauf

zuletzt aktualisiert: 26.09.2009 - 09:05

Berlin (RPO). Am letzten Tag vor der Bundestagswahl zeichnet sich in der neueste Forsa-Umfrage ein Gleichstand zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Rot-Grün ab. Die SPD kommt mit rund 25 Prozent auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Der Wahlkampf geht unterdessen in den Endspurt und Bundespräsident Horst Köhler fordert die Bürger auf, wählen zu gehen.

Die Schlussrunde im Wahlkampf ist eingeläutet, doch ein klarer Sieger ist nicht in Sicht. Kurz vor der Bundestagswahl am Sonntag ist nach letzten Umfragen immer noch offen, ob Union und FDP eine Mehrheit bekommen oder knapp verfehlen. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier rief am Freitagabend auf einer Großkundgebung in Berlin tausende Anhänger dazu auf, bis zuletzt zu kämpfen und nicht aufzugeben. "Wer aufholen kann, der kann auch überholen", rief der Vizekanzler.

Laut der am Freitag von RTL und "Stern" veröffentlichte Forsa-Umfrage verlor die SPD einen Punkt und liegt nun bei 25 Prozent. Dies wäre das mit Abstand schlechteste SPD-Ergebnis seit der ersten Bundestagswahl 1949. Der bisherige Tiefstand lag bei 28,8 Prozent bei der Bundestagswahl 1953.

Die Union käme laut Forsa bei 33 Prozent zusammen mit der FDP, der 14 Prozent bescheinigt werden, auf 47 Prozent der Stimmen - ein Gleichstand mit den drei übrigen Bundestags-Parteien SPD, Grüne und Linke. Viele Experten erwarten aber, dass es im Bundestag eine größere Zahl an Überhangmandaten in den Wahlkreisen gibt, die Schwarz-Gelb eventuell zur Mehrheit verhelfen könnten.

CDU, SPD und FDP laden zum Wahlkampfabschluss

Auf Abschlusskundgebungen im ganzen Land wollen heute CDU, CSU, SPD und FDP noch einmal um Wählerstimmen werben. Bei der Großveranstaltung der Christdemokraten in der Arena Berlin wird kurz nach ihrer Rückkehr vom G20-Gipfel in Pittsburgh auch Parteichefin und Bundeskanzlerin Merkel auftreten. Auf dem Münchner Marienplatz findet die "große Abschlusskundgebung" der CSU zur Bundestagswahl statt. Hauptredner ist der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Seehofer.

SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier will zunächst bei einer Kundgebung auf dem Dresdener Schlossplatz um Stimmen für seine Partei werben. Den Wahlkampf abschließen wird Steinmeier gemeinsam mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bei einer Veranstaltung auf dem Theaterplatz im nordrhein-westfälischen Detmold. SPD-Chef Müntefering beendet den Wahlkampf in Berlin. Nahe seiner Heimatstadt Bonn will FDP-Chef Westerwelle den Wahlkampf der Liberalen bei einer Kundgebung in Köln offiziell abschließen. Der Grünen Spitzenkandidat Jürgen Trittin tritt bei einer Wahlkampfveranstaltung in Göttingen auf.

"Wie geschnitten Brot"

Die Grünen zogen bisher eine positive Bilanz ihres Wahlkampfes. Das Wahlprogramm der Partei sei von den Bürgern nachgefragt worden "wie geschnitten Brot", sagte Spitzenkandidatin Renate Künast. Die Linke beendet ihren Wahlkampf mit scharfen Angriffen auf die politische Konkurrenz. "Es darf nicht sein, dass die Parteien die Regierung stellen, die die Krise wesentlich zu verantworten haben", sagte Linken-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine auf der offiziellen Abschlussveranstaltung seiner Partei auf dem Berliner Alexanderplatz. Die Siegesgewissheit von Union und FDP sei verflogen. Zugleich sei die Linke im Kommen, meinte Lafontaine.

Lammert und Köhler rufen zur Wahl auf 

Bundespräsident Horst Köhler hat die Wähler aufgerufen, am Sonntag an der Bundestagswahl teilzunehmen. "Zur Wahl gehen, das heißt mit dafür sorgen, dass die Wahl im Ergebnis wirklich den Willen des Volkes ausdrückt", schreibt Köhler in einem Beitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag", in dem er auch die Politikverdrossenheit offen anspricht. Viele Menschen seien unzufrieden mit den Politikern und politischen Entscheidungen. Aber wer nicht wählen gehe, haben niemanden, der seine Anliegen im Parlament vertrete. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert rief die Bürger zu einer Teilnahme an der Bundestagswahl auf. Das Wahlrecht sei "das Königsrecht der Demokraten, auf das man nicht leichtfertig verzichten sollte", schreibt Lammert in einem Gastkommentar für mehrere Samstag-Zeitungen. Darin betont er: "Sie haben die Wahl. Nehmen Sie sich die Freiheit und machen damit deutlich, dass sie Ihnen wichtig ist."

Quelle: AP/awei

 
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