Miese Quote beim TV-Duell: Sieben Millionen Zuschauer weniger als 2005
zuletzt aktualisiert: 14.09.2009 - 11:09Berlin (RPO). Im Vorfeld wurde das Fernsehduell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier zum großen Ereignis des diesjährigen Bundestagswahlkampf hochstilisiert. Doch die TV-Quote enttäuschte. Noch nie schalteten bei einem TV-Duell der Spitzenkandidaten so wenig Zuschauer ein.
Auf fünf Sendern wurde der Schlagabtausch, der keiner war, übertragen: im Ersten, ZDF, bei Sat.1 und RTL und Phoenix. Trotzdem schalteten nur 14,22 Millionen Zuschauer ein. Weit weniger als erwartet, konnte doch das Duell zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel im Jahr 2005 fast 21 Millionen vor die Bildschirme locken.
Laut Branchendienst "Meedia" guckten mit 7,86 Millionen Zuschauern die meisten im Ersten zu, im ZDF schalteten 3,47 Millionen ein. RTL lockte immerhin noch 2,06 Millionen und Sat.1 0,79 Millionen Zuschauer.
Experten waren davon ausgegangen, dass das einzige Fernsehduell der beiden Kandidaten wegen der hohen Zahl der unentschlossenen Wähler ein wichtiger Entscheidungsfaktor werden könnte. Der Parteienforscher Karl-Rudolf Korte hatte angesichts von 40 Prozent unentschlossener Wähler erklärt, das Fernsehduell vor allem für die SPD wichtig, die Probleme bei der Mobilisierung ihrer Stammwähler habe. Nach ersten Umfragen unmittelbar nach der Sendung konnte keiner der beiden Kontrahenten einen entscheidenden Vorteil erringen.
Vor vier Jahren waren es im Ersten 9,7 Millionen, im ZDF 6,06, bei RTL 3,79 Millionen, und Sat.1 erreichte 1,43 Millionen. Im Jahr 2002, als es zwischen Schröder und seinem Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) zwei Fernseh-Duelle bei ARD/ZDF und RTL/Sat.1 gab, saßen jeweils über 15 Millionen Menschen vor den Bildschirmen.
ARD-Chefredakteur Thomas Baumann sagte: "Auch wenn das 'TV-Duell Merkel-Steinmeier' geringer eingeschaltet wurde als die bisherigen Kanzler-Duelle, war doch die gestrige Sendung das politische Fernsehereignis des Jahres 2009." Das Duell wurde von Frank Plasberg (ARD), Maybrit Illner (ZDF), Peter Kloeppel (RTL) und Peter Limbourg (Sat.1) moderiert.
Auch die Nachberichterstattung wollten die meisten im Ersten gucken: Die Diskussion bei "Anne Will" mit Edmund Stoiber, Günther Jauch, Claus Peymann und Bunte-Chefin Patricia Riekel lockte immerhin noch 6,45 Millionen, das "ZDF spezial: Nach dem TV-Duell" konnte 2,82 Millionen halten. Die beiden Privatsender hatten auch hier das Nachsehen: RTLs "Das TV-Duell: Die Analyse" schaffte es nur auf 1,63 Millionen Zuschauer und "Ihre Wahl!" bei Sat.1 nur 0,77 Millionen.
Zufrieden zeigte sich auch Prosieben. Der Sender hatte, begleitet von einer offensiven Werbekampagne, "Die Simpsons - Der Film" gegen das TV-Duell programmiert. Nach Senderangaben schalteten 3,45 Millionen Zuschauer ein (Marktanteil 10,3 Prozent). Bei der werberelevanten Zielgruppe der 14-bis 49-Jährigen waren es 2,87 Millionen und 19,8 Prozent.
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