Umfrage sieht Mehrheit für Schwarz-Gelb: SPD sackt auf 22 Prozent ab
zuletzt aktualisiert: 14.08.2009 - 07:12Köln (RPO). Die SPD kommt nicht aus dem Umfragetief heraus. In dem neuen ARD-Deutschlandtrend sackte sie mit bundesweit 22 Prozent auf den tiefsten jemals bei diesen Erhebungen gemessenen Wert ab. Union und FDP erreichen demnach 52 Prozent. Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier erklärten, nicht viel von Umfragen zu halten.
Gegenüber der Vorwoche büßten die Sozialdemokraten damit einen weiteren Punkt ein. Die Union legte dagegen zwei Punkte zu und erreichte 37 Prozent, wie der WDR mitteilte. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier will sich aber von den schlechten Umfragewerten nicht irritieren lassen, wie er bei einem Betriebsbesuch im niedersächsischen Varel sagte.
Auch CDU-Chefin Angela Merkel hat vor einer Überbewertung von Wahlumfragen gewarnt. "Mit mir brauchen sie über Umfragen nicht zu reden. Es zählen zum Schluss die Wählerstimmen", sagte sie am Donnerstag in einem Interview der Sender Deutschlandradio Kultur und Phoenix. Sie wies darauf hin, dass sich immer mehr Menschen erst kurzfristig entscheiden, für wen sie ihre Stimme abgeben.
Eine Prozentzahl als Wahlziel nannte Merkel weiterhin nicht. "Mein Wahlziel ist eine möglichst starke Union. Gemeinsam mit der FDP eine Mehrheit ist unser Ziel", sagte sie.
52 Prozent für Schwarz-Gelb
FDP und Grüne verloren im ARD-Deutschlandtrend jeweils einen Punkt und fielen auf 15 beziehungsweise 12 Prozent. Die Linke büßte ebenfalls einen Punkt auf 9 Prozent ein. Union und FDP hätten damit eine rechnerische Mehrheit von 52 Prozent.
Bei der Direktwahlfrage wuchs der Abstand zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer: Könnten die Deutschen den Bundeskanzler direkt wählen, würden sich 62 Prozent für Angela Merkel (plus 1) und 23 Prozent für Steinmeier (minus 1) entscheiden. Der Abstand zwischen den beiden Kanzlerkandidaten sei mit 39 Punkten so groß wie nie zuvor, hieß es.
Manche Meinungsumfragen freuten ihn, sagte Steinmeier am Donnerstag auf Journalistenfragen, fügte aber hinzu: "Es gibt viele, über die ich mich nicht freue." Doch wenn man Richtung habe in der Politik und sich auf dem richtigen Weg wisse, "darf man sich nicht durch Umfragen verrückt machen lassen", fuhr der Bundesaußenminister fort.
Man müsse vielmehr öffentliche Zustimmung für die eigene Politik erreichen. Dafür wolle er in den verbleibenden Wochen bis zur Bundestagswahl kämpfen. Auf seiner Sommerreise besichtigte Steinmeier in Varel das Werk des privatisierten Airbus-Zulieferers Premium Aerotec.
Merkel führt Liste der beliebtesten Politiker an
Bundeskanzlerin Merkel führt die Deutschlandtrend-Liste der beliebtesten Parteipolitiker an: Mit ihrer Arbeit sind demnach unverändert 72 Prozent der Deutschen zufrieden.
Auf Platz zwei liegt weiterhin Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der gegenüber der Vorwoche einen Punkt einbüßte und auf 67 Prozent Zustimmung kam. Platz drei belegen mit einer Zustimmung von jeweils 57 Prozent Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU, minus 6) und Außenminister Steinmeier (minus 1).
Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Dienstag bis Mittwoch dieser Woche bundesweit 1000 Wahlberechtigte telefonisch.
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