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Bundestagswahl 2017
Umfragen lagen nur bei einer Partei daneben

Bundestagswahl 2017: Umfragen lagen nur bei einer Partei daneben
FOTO: dpa, pg
Düsseldorf. Ob Brexit-Abstimmung oder US-Wahl, die Prognosen der Meinungsforscher lagen bei Wahlen zuletzt deutlich daneben. Nicht so bei der Bundestagswahl. Ein Ergebnis sagten sie aber auch hier nicht voraus. Von Chrstina Rentmeister

Dass CDU und CSU als stärkste Fraktion aus der Bundestagswahl hervorgehen würden, hatten alle etablierten deutschen Meinungsforschunginstitute prognostiziert. In den letzten Umfragen vor der Wahl, die zwischen dem 14. und 22. September veröffentlicht wurden, lag die CDU zwischen 35 (Emnid) und 37 Prozent (Infratest dimap und GMS). Am Ende kam die Union auf 33 Prozent. Ein Verlust von 8,5 Prozent gegenüber der Wahl 2013. Und zwei bis vier Prozentpunkte weniger als in den Prognosen.

Ein Grund für die leichten Unterschiede ist aber auch, dass kurz vor der Wahl keine Umfragen mehr erhoben und veröffentlicht werden dürfen. Sie sollen die Wahl nicht mehr beeinflussen. Veränderte Stimmungen durch den Wahlkampfendspurt der Parteien können damit nicht mehr erfasst werden.

Der SPD hatten die meisten Meinungsforscher zwischen einem und 1,5 Prozentpunkte mehr zugetraut. Lediglich Infratest dimap sah die Sozialdemokraten bei 20 statt am Ende 20,5 Prozent. Am genauesten sagten die Institute die Ergebnisse der kleineren Parteien voraus. Allensbach lag bei den Grünen beispielsweise um 0,9 Prozentpunkte daneben. Bei FDP (0,2 Prozentpunkte) und Linken (0,3 Prozentpunkte) war die Prognose sehr nah am vorläufigen Endergebnis.

Dafür gab es bei der Vorhersage für die AfD deutliche Abweichungen - auch bei Allensbach: In der letzten Umfrage lag sie dort bei zehn Prozent. Das sind 2,6 Prozentpunkte weniger als das Wahlergebnis. Auch bei den anderen Instituten ist die Abweichung bei dem AfD-Ergebnis höher als bei den anderen kleineren Parteien - zwischen 2,3 (Civey) und 0,6 (Infratest dimap) Prozentpunkten.

Bei der durchschnittlichen Gesamtabweichung liegen Infratest dimap und die Forschungsgruppe Wahlen vorne. Beide wichen in den sieben Ergebnissen durchschnittlich um 1,13 Prozentpunkte vom Wahlergebnis ab. Emnid lag im Schnitt um 1,21 Punkte daneben, Forsa und Allensbach um 1,36 sowie Civey um 1,5 Prozentpunkte. Schlusslicht bei den Abweichungen ist GMS mit 1,56 Prozentpunkten.

 


 

 
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