Neue Daten zur Sonntagsfrage: Union und FDP halten absolute Mehrheit
zuletzt aktualisiert: 12.08.2009 - 18:49Berlin (RPO). Gut sechs Wochen vor der Bundestagswahl liegen Union und FDP in der Gunst der Wähler weiter vorn. Wie aus der am Mittwoch von "stern" und RTL veröffentlichten Umfrage hervorgeht, erreichen sie zum dritten Mal in Folge 51 Prozent. Die SPD verbesserte sich um einen Punkt auf 21 Prozent, liegt aber weiter 17 Punkte hinter der Union.
Die SPD startete unterdessen ihre Aufholjagd mit sachlichen Plakaten und Flyern. Wahlkampfmanager Kajo Wasserhövel zeigte sich zuversichtlich, dass Schwarz-Gelb noch verhindert werden könne.
Nach Kritik an dem für den 13. September geplanten Fernsehduell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier erhalten nun auch die Oppositionsparteien Gelegenheit zu einem Schlagabtausch im Fernsehen. Das ZDF veranstaltet am 10. September eine Diskussionsrunde mit Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, Linksfraktionschef Gregor Gysi und FDP-Chef Guido Westerwelle. Moderiert wird die Sendung von Maybrit Illner.
Der Umfrage zufolge legten CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt zu und kommen auf 38 Prozent. Die FDP fiel um einen Punkt auf 13 Prozent. Die Grünen sanken um einen Punkt auf zwölf Prozent. Die Linke erreichte wie in der Vorwoche elf Prozent. Für "sonstige Parteien" würden fünf Prozent der Wähler stimmen.
Auf die Frage, welche Parteien nach der Wahl eine Koalition bilden sollten, falls keine Partei alleine die absolute Mehrheit erreiche, sprach sich knapp ein Drittel (31 Prozent) für eine schwarz-gelbe Koalition aus. 17 Prozent würden es begrüßen, wenn die Große Koalition weitermachen würde.
Wahlkampfetat von 27 Millionen
Wasserhövel sagte, trotz der miserablen Umfragewerte könne sich die SPD "in eine Position reinkämpfen, in der Frank-Walter Steinmeier den Auftrag zur Regierungsbildung bekommt". Eine Zielgröße für die Wählerstimmen, die die SPD anstrebt, nannte er nicht. In ihrer Aufholjagd setze die SPD auf die "hohe Quote der Spätentscheider".
Mit Plakaten, Broschüren und Spots unter dem Motto "Unser Land kann mehr" wirbt die SPD um Wähler. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen dem Wahlkampfleiter zufolge zunächst Sachplakate mit den Themen Bildung, Arbeit, soziale Sicherheit und saubere Umwelt. Steinmeier soll ab Ende August stärker in den Vordergrund rücken. Der Wahlkampfetat umfasst laut Wasserhövel 27 Millionen Euro.
Kritik am "Scheingefecht" zwischen Merkel und Steinmeier
An dem Fernsehduell, das sich Merkel und Steinmeier auf den Sendern RTL, Sat.1, ARD und ZDF liefern, äußerte die Opposition weiterhin Kritik. Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, sagte, dass es sich dabei um ein um ein Scheingefecht handeln werde.
Auch Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin sprach von einer "Täuschung der Wähler". Die Opposition werde ausgesperrt, damit sich Kanzlerin und Vizekanzler zur besten Sendezeit mit Wattebäuschen bewerfen könnten, sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". Westerwelle hatte bereits zuvor auf die Pläne verstimmt reagiert.
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