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Der typische AfD-Wähler
Arbeiter, männlich, ostdeutsch

Wer wählt AfD? Umfragen geben Hinweise auf den typischen AfD-Wähler
Ein Mann fotografiert auf dem AfD-Landesparteitag im Januar 2017 in Klipphausen (Sachsen) ein Transparent mit dem AfD-Parteilogo. FOTO: dpa, skh fdt skm
Düsseldorf. 12,6 Prozent der Wähler entschieden sich am Sonntag für die AfD. Wer sind diese Leute? Wie denken sie? Umfragen geben einige Hinweise. Von Sebastian Dalkowski

Allzu einfach sollte man es sich nicht machen. Zwar gibt es einige Gruppen, die sich bei der Bundestagswahl typischerweise für die AfD entschieden haben, aber die Partei hat überall dazugewonnen, sonst hätte sie bundesweit keine 12,6 Prozent erreicht. Doch die Befragungen der AfD-Wähler von Infratest dimap zeigen Tendenzen auf.

Der typische AfD-Wähler...

  • ... gibt Terrorismusbekämpfung eine große Bedeutung. 69 Prozent der Befragten sagten gegenüber Infratest dimap, dass Terrorismusbekämpfung sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung war. Dahinter folgen Kriminalitätsbekämpfung (61 Prozent) und Zuwanderung von Flüchtlingen (60 Prozent). Dazu passt, dass AfD-Wähler die Partei für sehr kompetent halten, wenn es um Kriminalitätsbekämpfung (82 Prozent) und Flüchtlingspolitik geht (78). Bei sozialer Gerechtigkeit liegt der Wert nur bei 53 Prozent.
  • ... ist gegen ein weltoffenes Deutschland. Nur 14 Prozent der befragten AfD-Wähler sagten, dass Deutschland ein weltoffenes Land sein soll. Die Wähler aller anderen Parteien sprachen sich in der Mehrheit für Weltoffenheit aus.
  • ... ist enttäuscht von anderen Parteien. 60 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten die AfD aus Enttäuschung über andere Parteien gewählt. Unter allen befragten Wählern waren es hingegen nur 30 Prozent.
  • ... ist weder jung noch alt. Den besten Wert holte die Partei laut Infratest dimap in der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen (16 Prozent), die schlechtesten Werte bei Menschen, die 70 und älter sind (7 Prozent) oder 24 und jünger (10 Prozent).
  • ... hat Mittlere Reife. 17 Prozent der AfD-Wähler haben nach Befragungen der Forschungsgruppe Wahlen diesen Abschluss, 14 Prozent einen Hauptschulabschluss. Wer eine Uni absolviert hat, wählt hingegen selten AfD. Es waren nur sieben Prozent der Wähler.
  • ... ist Arbeiter oder arbeitslos. 21 Prozent der Arbeiter wählten AfD und 22 Prozent der Arbeitslosen. Rentner und Beamte wählen am seltensten AfD (11 und 10 Prozent).
  • ... ist männlich und kommt aus Ostdeutschland. 26 Prozent der ostdeutschen Männer wählten AfD, nur 8 Prozent der westdeutschen Frauen.
 
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