Wegen technischer Probleme: Bundeswehr beschränkt Flug mit EADS-Helikopter
zuletzt aktualisiert: 31.05.2010 - 10:19Berlin (RPO). Die Bundeswehr kämpft mit neuen technischen Problemen bei dem über vier Milliarden Euro teueren Transporthubschrauber NH90 der europäischen Rüstungsschmiede EADS. Die Armee habe den Flugbetrieb mit dem Helikopter eingeschränkt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag.
Grund sei ein Triebwerksausfall bei einem australischen NH90. Seither vermeide die Bundeswehr bestimmte Flugmanöver. Für den Hersteller Eurocopter bedeutet dies nach den Problemen mit dem Kampfhubschrauber Tiger einen neuen Rückschlag bei dem ohnehin um vier Jahre verzögerten Projekt. Verschiebt sich die Auslieferung, muss EADS je Helikopter auf mehr als 30 Millionen Euro Einnahmen warten, da erst bei Lieferung bezahlt wird.
In Militärkreisen hieß es, Australien habe den Flugbetrieb mit dem NH90 nach mehreren Triebwerksausfällen eingestellt. Das Bundesverteidigungsministerium sprach indes nur von einem Triebwerksausfall, über den die Industrie informiert habe.
Daraufhin seien Vorkehrungen zur Sicherstellung der Flugsicherheit bei den deutschen NH90 getroffen worden, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. "Bis zum Ende der noch laufenden Untersuchungen werden die Triebwerke jeweils vor der Durchführung des Flugbetriebes einer Untersuchung unterzogen, darüber hinaus werden bestimmte Flugmanöver vermieden".
Ärger bei Guttenberg
Aus Verärgerung über die Rüstungsindustrie hatte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bereits vor einigen Tagen seinen Besuch bei der internationalen Luftfahrtausstellung ILA in Berlin abgesagt, die am 08. Juni startet. Offiziell nannte sein Ministerium Terminprobleme als Grund.
Guttenberg selbst hatte jedoch in den vergangenen Wochen sehr offen seinem Ärger über die Rüstungsbranche Luft gemacht und besonders verspätete Projekte von EADS angeprangert. Konkret sprach er den um Milliarden verteuerten Militärtransporter A400M, den NH90 sowie den Kampfhubschrauber Tiger an.
Alle drei Fluggeräte benötigt die Bundeswehr dringend in Afghanistan, sie sind jedoch entgegen der Verträge längst nicht einsatzreif. Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Verteidigungsministerium wegen schwerer Mängel in der Verkabelung die Abnahme des drei Milliarden Euro teueren Tiger gestoppt hat. Über eine finale Einigung nach der Kostenexplosion beim A400M verhandeln die Staaten noch mit EADS. Die Beziehungen zwischen Deutschland und EADS sind daher gespannt.
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