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Ursula von der Leyen und das G 36
Ein Sturmgewehr macht Probleme

Bundeswehr: Ein Sturmgewehr macht Ursula von der Leyen Probleme
Ein deutscher Soldat in Kundus mit dem Sturmgewehr G 36. FOTO: dpa, lof
Meinung | Berlin. Ursula von der Leyen (CDU) will die 167.000 Sturmgewehre vom Typ G 36 ausmustern. Unklar ist, ob die Verteidigungsministerin schnell genug reagiert hat. Von Gregor Mayntz

Nato-Partner loben das G 36 als zuverlässig, Peschmerga sind von dem Gewehr begeistert, und auch ältere Wehrpflicht-Jahrgänge, die noch mit dem G3 herumhantierten, waren neidisch auf das leichte, moderne G36 ihrer Nachfolger. Das mag erklären, warum Militärs Hinweise auf mangelnde Präzision heißer Gewehre abtaten - entschuldigen lässt sich das nicht.

Denn die Bundeswehr steht nicht mehr im kalten Krieg mit kühlen Gewehren, sie ist eine Einsatzarmee, die jederzeit intensiv gefordert werden kann. Spätestens seit den stundenlangen blutigen Gefechten vom April 2010 in Afghanistan hätte der Verdacht sinkender Treffgenauigkeit mit Nachdruck untersucht werden müssen. Kaum etwas wirkt verheerender auf Soldaten als das Gefühl, sich in akuter Bedrohung auf die eigene Waffe nicht verlassen zu können.

Noch ist ungeklärt, ob Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schnell genug reagiert hat. So lange die Präzisionsausfälle mit Laborbedingungen verknüpft sind, bleibt auch die Suche nach den Verantwortlichen akademisch. Sollte sich aber herausstellen, dass die Mängel zum Tod deutscher Soldaten beitrugen, bekäme die Aufklärung Dramatik – und nicht nur von der Leyen, sondern auch ihre Vorgänger hätten Probleme.

Quelle: RP
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