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Entscheidung im Herbst
Bundeswehr könnte bis Ende 2016 in Afghanistan bleiben

Bundeswehr könnte bis 2016 in Afghanistan bleiben
Einem Spiegel-Bericht zufolge könnte die Bundeswehr noch bis Ende 2016 in Afghanistan stationiert bleiben. FOTO: dpa, gam wst fdt fux
Berlin. Die Bundesregierung stellt sich nach Medienbericht zufolge darauf ein, dass die Bundeswehr länger als bisher geplant im Norden Afghanistans bleibt. Ob der Einsatz in Masar-i-Scharif verlängert wird, soll im Herbst entschieden werden.

Das gehe aus Überlegungen im Verteidigungsministerium und im Auswärtigen Amt hervor, berichtete der "Spiegel" am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Demnach wird darüber nachgedacht, den Einsatz bis Ende 2016 aufrecht zu erhalten.

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr FOTO: dapd, Michael Kappeler

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte den Bericht nicht. "Wir haben derzeit keine belastbare Entscheidung", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Diese solle von den NATO-Partnern erst im Herbst getroffen werden. "Wir sind flexibel, was die Zeitlinien angeht", fügte er hinzu. Wichtig sei, dass ein Wechsel in der Präsenz der deutschen Soldaten "nicht überhastet" passiere.

Die Bundeswehr unterstützt den Ausbildungseinsatz "Resolute Support" bisher mit bis zu 850 Soldaten und ist Führungsnation im Norden. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte am Donnerstag vor einem übereilten Abzug der internationalen Truppen aus dem Norden Afghanistans gewarnt. Sie halte es für sinnvoll, dass die Bundeswehr und ihre Partner "im Norden bis Anfang 2016 blieben", sagte sie bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Erst dann solle der "Rückzug auf Kabul" organisiert werden.

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Dem "Spiegel" zufolge hatte US-Verteidigungsminister Ashton Carter auf seiner Europareise in dieser Woche in internen Gesprächen erklärt, er wolle unter den Truppenstellern "keine Aufbruchstimmung aufkommen lassen". In der Nato gebe es die Befürchtung, ein übereilter Abzug würde Afghanistan ins Chaos stürzen, heißt es in dem Bericht.

(AFP)
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