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Schleswig-Holstein
CDU-Fraktion: Schweinefleisch muss auf Speiseplan bleiben

Ein Tag in der Wurstküche
Ein Tag in der Wurstküche FOTO: Endermann, Andreas (end)
Kiel. Die CDU in Schleswig-Holstein will erreichen, dass Schweinefleisch weiterhin auf dem Speiseplan von öffentlichen Kantinen, Kitas und Schulen steht.

Mit einem Vorstoß zur Gewährleistung eines Schweinefleisch-Angebots in öffentlichen Kantinen sorgt die CDU in Schleswig-Holstein für Aufsehen. "Die Landesregierung wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Schweinefleisch auch weiterhin im Nahrungsmittelangebot sowohl öffentlicher Kantinen als auch in Kitas und Schulen erhalten bleibt", heißt es in einem Antrag der Fraktion für die Landtagssitzung in der nächsten Woche.

Darüber hatten zuvor die "Lübecker Nachrichten" berichtet. Die Bundesparteien von Grünen und FDP unterstellten der Landes-CDU, eine Schweinefleischpflicht anzustreben.

"Der Minderheitenschutz - auch aus religiösen Gründen - darf nicht dazu führen, dass eine Mehrheit aus falsch verstandener Rücksichtnahme in ihrer freien Entscheidung überstimmt wird", führt die CDU aus. "Immer mehr Kantinen, Kitas und Schulen nehmen Schweinefleisch aus ihrem Angebot, um auf religiöse Gebräuche Rücksicht zu nehmen", sagte CDU-Fraktionschef Daniel Günther.

Schweinefleisch gehöre zur Essenskultur

Die CDU halte das für falsch. "Wir setzen auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Dazu gehört in unserer Kultur auch der Verzehr von Schweinefleisch", sagte Günther. "Niemand soll dazu verpflichtet werden. Wir wollen aber auch nicht, dass die Mehrheit deshalb auf Schweinefleisch verzichten muss."

Andere Politiker kritisieren die Forderung der CDU

Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erklärte, er sehe keinen staatlichen Handlungsbedarf. "Schon gar nicht teile ich die Verkürzung unserer grundgesetzlichen Werte auf die Pflicht, Kotelett oder Hack zu essen."

Der Grünen-Politiker Volker Beck erklärte bei Twitter: "Wer #Schweinefleisch für einen Wert des christlich-jüdischen Abendlandes hält, ist kulturell eine arme Sau!" Ein weiterer Eintrag des innenpolitischen Sprechers der Bundestagsfraktion lautet: "Soll die #Schweinefleischpflicht eigentlich auch am Freitag gelten? Frage für einen befreundeten Kardinal."

FDP-Parteichef Christian Lindner interpretierte ähnlich wie mehrere Bundespolitiker der Grünen den Kieler Vorstoß im Internetdienst Twitter jedoch als Pflicht: "Erst #Veggieday, jetzt #Schweinefleischpflicht. Verrückte Idee: wie wäre es, wenn einfach jeder selbst entscheidet was er isst?"

(rent/dpa/KNA)
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