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Kommunalwahl: CDU hat in Hessen die Nase vorn

zuletzt aktualisiert: 26.03.2006 - 22:11

Wiesbaden (rpo). Einzig in Kassel hat die CDU bei den Kommunalwahlen in Hessen deutliche Verluste hinnehmen müssen. Ansonsten haben die Christdemokraten von Ministerpräsident Roland Koch in den großen Städten des Landes ersten Trendergebnissen zufolge die Nase vorn.

Die SPD musste beispielsweise in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden herbe Verluste hinnehmen. In der drittgrößten Stadt Kassel hingegen lag die SPD den ersten Ergebnissen zufolge klar vor der CDU, die deutliche Einbußen erlitt. Klarer Wahlgewinner scheint nach ersten Erkenntnissen die Linke zu sein. Sie konnte ihren Stimmenanteil ausbauen. Die Wahlbeteiligung ging vielerorts spürbar zurück und könnte auf einen neuen Tiefstand gefallen sein.

Bei der Wahl zum Frankfurter Stadtparlament lag die CDU laut einem ersten Trendergebnis klar vorn. Nach Angaben der städtischen Wahlleitung entfielen auf die Christdemokraten nach Auszählung von 468 der 545 Wahlbezirke 36,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die SPD kam auf 23,4 Prozent. Drittstärkste Kraft waren die Grünen mit 16,0 Prozent. Dahinter folgten die Linke mit 6,8 Prozent, die FDP mit 6,3 Prozent und die Flughafen-Ausbau-Gegner (FAG) mit 3,5 Prozent.

Bei der Wahl 2001 hatte die CDU in Frankfurt noch 38,5 Prozent bekommen, die SPD 30,5 Prozent. Die Grünen waren auf 14,1 Prozent gekommen, die FDP auf 4,6 Prozent und die PDS auf 2,3 Prozent. Auf die FAG waren 3,9 Prozent entfallen.

Petra Roth (CDU) wollte die Verluste ihrer Partei nicht als Niederlage gewertet wissen: "Das ist das Spiel der Demokratie", sagte sie. Eine Signalwirkung für die OB-Wahl 2007 wollte sie ebenfalls nicht erkennen. Dabei will der städtische Sozialdezernent Franz Frey für die SPD gegen die erneut kandidierende Roth antreten. Die Wahlbeteiligung, die in Frankfurt von 46,1 Prozent auf einen historischen Tiefststand von nur noch 40,4 Prozent fiel, nannte die Oberbürgermeisterin "katastrophal".

In Offenbach überholt die CDU die SPD

In Frankfurts Nachbarstadt Offenbach konnte die CDU einem ersten Trendergebnis zufolge sogar die SPD überholen. Die Christdemokraten kamen nach Auszählung etwa der Hälfte aller Stimmzettel auf 36,6 Prozent der abgegebenen Stimmen (2001: 32,2 Prozent). Die SPD erreichte nur noch 31,5 Prozent (2001: 39,5 Prozent). Drittstärkste Kraft wurden die Grünen mit 10,6 Prozent (2001: 9,9 Prozent). Dahinter folgten die Linke mit 6,2 Prozent (2001: 2,8 Prozent) und die FDP mit 6,1 Prozent (2001: 6,5 Prozent).

In Gießen konnte die CDU ihre Führungsposition trotz leichter Verluste offenbar halten. Auch die SPD büßte leicht Stimmen ein, Grüne und Linke konnten hingegen zulegen. In Marburg behauptete die SPD ihren ersten Platz trotz leichter Verluste. Für die CDU ging es dort kräftig aufwärts. Auch in Marburg konnten Grüne und Linke zulegen.

Insgesamt waren am Sonntag rund 4,6 Millionen Bürger aufgerufen, über die künftige Zusammensetzung der Stadt-, Gemeinde- und Kreisparlamente zu entscheiden. Außerdem wurde in den Landkreisen Hochtaunus, Lahn-Dill, Vogelsberg und Werra-Meißner ein neuer Landrat, in 26 Kleinstädten und Gemeinden ein neuer Bürgermeister gewählt.

Möglicherweise Stichwahl im Lahn-Dill-Kreis

Bei den Landratswahlen im Lahn-Dill-Kreis zeichnete sich am Abend kein Gewinner im ersten Wahlgang ab. Dort kommt es aller Voraussicht nach zu einer Stichwahl zwischen den Kandidaten von SPD und CDU. Im Kreis Vogelsberg konnte Amtsinhaber Rudolf Marx (CDU) dagegen offenbar den Landratssessel verteidigen. Für den Werra-Meißner-Kreis und den Hochtaunuskreis lagen zunächst noch keine Ergebnisse vor.

Wegen der aufwändigen Auszählung wird sich die Ergebnisermittlung mehrere Tage hinziehen. Am Sonntagabend wurden zunächst nur Zwischen- und Trendergebnisse der Parlamentswahlen errechnet. Vorläufige Endergebnisse werden in den einzelnen Kommunen voraussichtlich erst am Dienstag vorliegen. Für das gesamte Land ist dann am Donnerstag mit einem vorläufigen Ergebnis zu rechnen.

Quelle: afp2

 
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