Bundesvorstand berät über Schulpolitik: CDU plant Abschied von der Hauptschule
zuletzt aktualisiert: 27.06.2011 - 08:31Berlin (RPO). Der CDU-Bundesvorstand berät heute über ein neues schulpolitisches Konzept, nach dem es statt des dreigliedrigen Systems künftig nur ein Zwei-Wege-Modell mit Gymnasium und Oberschule geben soll. Das Konzept soll in einen Leitantrag für den CDU-Bundesparteitag im November fließen.
Die Pläne zur Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen stoßen bei der Schwesterpartei CSU auf heftige Ablehnung. Bayerns Kultusminister Spaenle nannte die - wie er sagte - faktische Auflösung einer Kernschulart einen pädagogischer Fehler zulasten der Schüler.
Die von der CDU geplante Auflösung der Hauptschule sei ein Schritt auf dem Weg zur Einheitsschule. Bayerns Sozialministerin Haderthauer warf der CDU vor, Familien unter staatliche Kuratel stellen zu wollen.
Der Deutsche Lehrerverband warf der CDU vor, ihre - so wörtlich - "Sozialdemokratisierung und Vergrünung" schreite nun auch bei der Schulpolitik voran.
Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) lehnt das neue schulpolitische Konzept der CDU ab. Vor dem Treffen des CDU-Bundesvorstands sagte Spaenle im Deutschlandradio Kultur, die Abschaffung der Hauptschule als Kernschulart sei der falsche Schritt. Eine Pädagogik, die für alle das gleiche vorsehe, sei "ein Stück Retro-Pädagogik".
Mit dem neuen System der CDU werde einzelnen jungen Menschen die Möglichkeit genommen, eine passgenaue Bildungsmöglichkeit zu bekommen. Die von der Union in ihrem neuen schulpolitischen Konzept geplante Abschaffung der Hauptschule bedeute die Abkehr vom Weg der vertieften Berufsorientierung, fügte Spaenle hinzu. Trotz des Schülermangels müsse die Hauptschule als zusätzliche Schulform mit dem Fokus auf der vertieften Berufsorientierung erhalten bleiben.
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