Mit Familienoffensive aus Umfragetief?: CDU will Kinderarmut den Kampf ansagen
zuletzt aktualisiert: 03.07.2010 - 14:33Berlin (RPO). Die CDU sucht mit einer Familienoffensive einen Ausweg aus dem Umfragetief. Die Parteispitze hat dazu ein Konzept erarbeitet, das am Montag in Bundesvorstand als Leitantrag für den Bundesparteitag Mitte November in Karlsruhe beschlossen werden soll.
Schwerpunkte in dem der Nachrichtenagentur vorliegenden Papier mit dem Titel "Faire Chancen - für jedes Kind" ist die Bildungspolitik und die Bekämpfung von Kinderarmut. Die CDU illustriert dies mit dem Begriff "Chancengesellschaft".
Die Ausgangslage, die die CDU in dem Papier beschreibt, ist ernüchternd. 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gelten demnach als relativ arm. Während sich die Zahl der Geburten in Deutschland seit 1965 fast halbierte, hat sich die Anzahl der Kinder in Sozialhilfe nahezu verzehnfacht. Fast jedes sechste Kind unter sieben Jahren lebe heute von staatlichen Transfers.
Die CDU will unter anderem die Kindertagesstätten zu "Familienzentren" machen. Dabei soll schon in jungen Jahren vermittelt werden, wie man gewaltfrei Konflikte bewältigt, sich gesund ernährt und richtig mit Geld und Medien umgeht. Verstärkt soll Personal für Kindertageseinrichtungen auf Hochschulniveau ausgebildet werden. Erzieher sollen sich regelmäßig fortbilden. Kinder mit Sprachdefiziten sollen gefördert werden, etwa durch den Besuch von Sprachkursen.
Einen starken Fokus richtet die CDU auf die Förderung von Alleinerziehenden. Reformiert werden soll das Unterhaltsvorschussgesetz. Die Jugendämter sollen einerseits säumige Unterhaltszahlungen besser eintreiben können. Zudem soll die Beantragung von Unterhalt unbürokratischer werden. Die Altersgrenze, bis zu der es Unterhalt gibt, soll von 12 auf 14 Jahre steigen.
Notwendig ist aus Sicht der CDU, den Lehrerberuf zu stärken. Es müssten wieder mehr junge Menschen begeistert werden, Lehrer zu werden. Die Qualität der Lehrerausbildung müsse verstärkt werden. Schließlich sollten mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln als Erzieher und Lehrer gewonnen werden.
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