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Köln: CDU will Klüngel stoppen

VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 13.05.2009 - 07:58

Köln (RP). Fröhliche Gesichter bei der Kölner CDU-Spitze: Vor dem Panorama des Kölner Doms stellte die Union gestern ihren neuen Oberbürgermeister-Kandidaten vor. Der frühere Berliner Finanzsenator Peter Kurth lächelte beim Händeschütteln in die Kameras. "Willkommen in Köln", freute sich Parteichef Jürgen Hollstein.

Der Berliner Ex-Senator Peter Kurth geht für die CDU in den Wahlkampf  Foto: ddp
Der Berliner Ex-Senator Peter Kurth geht für die CDU in den Wahlkampf Foto: ddp

Peter Kurth, so kündigte Hollstein an sei, das neue Gesicht für die neue Politik der Kölner CDU. Zu lange und zu oft habe sich die Union in der Domstadt am Klüngel beteiligt. "Aber das hat jetzt ein Ende", versprach der Parteichef. "Wir sehen uns selbstkritisch." Es gebe kein "Weiter so!".

Der neue Oberbürgermeisterkandidat gab sich in seiner ersten Pressekonferenz redegewandt und weltmännisch. Als Hauptwahlkampfthemen kündigte der CDU-Politiker die Verbesserung des Bildungssystems, den Ausbau der Außenhandelsbeziehungen zu China und Indien sowie eine intensivere Integrationspolitik an. Kurth glaubt, seine Berliner Metropolen-Erfahrungen für Köln nützen zu können.

Im Kampf gegen den Klüngel will der neue Oberbürgermeisterkandidat dafür eintreten, dass die Aufsichtsgremien von kommunalen Unternehmen nicht länger durch Parteipolitiker besetzt werden. Das Bekenntnis zu einem Neustart der Kölner CDU sei die Voraussetzung für seinen Wechsel von der Spree an den Rhein gewesen, betonte der 49-Jährige. Es sei ein "mutiger Schritt", einen Nicht-Kölner für die OB-Kandidatur zu nominieren. Amtsinhaber Fritz Schramma und er seien sehr unterschiedliche Temperamente.

Schramma, der dem Berliner seine volle Unterstützung zusagte, hatte wegen der Kritik am Krisenmanagement nach dem Einsturz des Stadtarchivs vom 3. März angekündigt, nicht erneut als OB-Kandidat anzutreten. Kurth wird dem liberalen Flügel der CDU zugerechnet. Aus der Berliner Landespolitik hatte er sich 2003 zurückgezogen, nachdem mit seiner Kandidatur um den Fraktions- und Parteivorsitz gescheitert war. Seine bisherige Tätigkeit als Vorstand der Berliner Entsorgungsbetriebe will der Jurist aufgeben. Ein Aufhebungsvertrag sei unterzeichnet worden.

Einen Platz auf der CDU-Ratsliste strebt der OB-Kandidat nicht an. Sollte er unterliegen, müsse er über andere Perspektiven verhandeln. Als Hobby gab er unter anderem an, sich gerne "gute Horror-Filme" anzuschauen. Amtsinhaber Schramma schenkte dem Cineasten eine Eintrittskarte für das Fußball-Bundesligaspiel Köln gegen Berlin am gestrigen Abend – um zu "testen", für welche Stadt Kurths Herz schlage, scherzte der scheidende OB.

Quelle: RP

 
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