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Gerüchte über Affäre holen CDU-Politiker ein: Christian von Boetticher vor dem Aus

zuletzt aktualisiert: 14.08.2011 - 17:16

Kiel (RPO). Eine steile Politik-Karriere findet an diesem Abend wohl ihr Ende. Schleswig-Holsteins CDU-Landeschef Christian von Boetticher steht wegen Gerüchten über sein Privatleben massiv unter Druck. Er soll zeitweise eine Beziehung zu einem Mädchen im Teenageralter gepflegt haben. Einem Medienbericht zufolge wird er noch heute seine Führungsämter zur Verfügung stellen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur aus Parteikreisen schwindet in der Unionsspitze die Unterstützung für den 40 Jahren alten Fraktions- und Landeschef. Noch am Sonntagabend wollte der als Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Mai 2012 nominierte Boetticher im geschäftsführenden Landesvorstand eine persönliche Erklärung abgeben. Nach Informationen des "Handelsblatts" will er dort "wahrscheinlich" seine führenden Ämter zur Verfügung stellen. Der Bericht beruft sich dabei auf enge Vertraute des CDU-Chefs aus dem Norden.  Endgültig entschieden ist demnach aber noch nichts. Zunächst will Boetticher offenbar noch die Reaktionen des Landesvorstands abwarten.

Boetticher sehe sich zu der Erklärung veranlasst, weil er sich laut CDU "mit Gerüchten und daraus resultierenden Wertungen konfrontiert sieht, die zum Teil auf Spekulationen beruhen, die seine Privatsphäre berühren". "Es geht um eine Beziehung vor der Zeit seiner Spitzenkandidatur zu einer Frau im Altersbereich von 16 bis 18 Jahren", sagte Boettichers Sprecher den "Lübecker Nachrichten" (Sonntagausgabe). Die Beziehung sei im familiären Umfeld gut geheißen worden. Rechtlich sei die Beziehung unstrittig, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur dapd.

Carstensen auf Distanz

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) ist bereits auf Distanz zu seinem Nachfolger als Parteichef gegangen. Er habe in der zweiten Juli-Woche von "Gerüchten" über eine Beziehung gehört und das Gespräch mit seinem Nachfolger im Amt des Parteivorsitzenden gesucht, sagte Carstensen der Zeitung "Schleswig-Holstein am Sonntag".

Er habe Boetticher dabei deutlich gemacht, dass der Vorgang problematisch sei. "Ich gehe davon aus, dass er die richtigen Schlüsse daraus zieht", erklärte Carstensen.

Auch Äußerungen anderer hochrangiger CDU-Politiker des Landes deuten auf eine Ablösung hin. Dass der 40-Jährige Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl bleibe, sei "schwer vorstellbar", sagte Landesschatzmeister Hans-Jörn Arp am Sonntag unmittelbar vor einer Sondersitzung des geschäftsführenden CDU-Landesvorstands in Kiel. Noch sei der Partei kein Schaden entstanden. Die Situation biete auch eine Chance für alle Beteiligten.

FDP fordert Aufklärung

Der Koalitionspartner FDP fordert eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe. "Die CDU muss den Vorfall intern klären und schnell eine Lösung finden", sagte Fraktionschef Wolfgang Kubicki dem "Hamburger Abendblatt" (Montagausgabe). Dann werde auch die FDP als Koalitionspartner der CDU in Kiel reagieren.

Zu den Spekulationen über eine frühere Beziehung von Boettichers zu einer Minderjährigen wollte Kubicki nicht Stellung nehmen. "Wir stehen nicht in einer Koalition mit Christian von Boetticher, sondern mit der CDU", sagte der FDP-Politiker. Was von Boetticher in seinem Privatleben mache, gehe die FDP nichts an.

16-Jährige soll aus NRW stammen

Laut einem Bericht der Zeitung "Bild am Sonntag" hatte der 40-jährige Boetticher eine damals 16-Jährige aus Nordrhein-Westfalen Anfang 2010 über das Online-Netzwerk Facebook kennengelernt. Einer ersten Begegnung im März 2010 sollen weitere Verabredungen gefolgt sein.

Nachdem Carstensen signalisierte, bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten zu wollen, soll Boetticher die Beziehung schweren Herzens beendet haben. Ihm sei klar gewesen, zitiert die Zeitung einen Freund, dass diese ungewöhnliche Beziehung jetzt nicht länger geheim zu halten war und dass sie von der Öffentlichkeit nie akzeptiert werden würde.

Quelle: apd/pst

 
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