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Edmund Stoiber ist der dienstälteste Parteichef und Ministerpräsident in Deutschland. Doch innerhalb kürzester Zeit ist seine Macht ins Wanken geraten. Den Anstoß für Stoibers Talfahrt gab die CSU-Landräten Gabriele Pauli. Lesen Sie hier den Verlauf der Ereignisse nach.
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18. Dezember Pauli erhebt im CSU-Vorstand das Wort. Jemand aus dem engsten Umfeld Stoibers habe telefonisch in ihrem Privatleben geschnüffelt, es sei um Männergeschichten und mögliche Alkoholprobleme gegangen. Stoiber wehrt die Vorwürfe mit dem Satz "So wichtig sind Sie nicht" ab.
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20. Dezember Stoibers Büroleiter Michael Höhenberger räumt ein, sich über Pauli telefonisch erkundigt zu haben. Er habe sie aber nicht ausspähen wollen, sondern nach Erklärungen für ihre anhaltende Kritik an Stoiber gesucht. Dieser habe von dem Telefonat nichts gewusst.
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22. Dezember Stoiber entlässt Höhenberger, der einer seiner engsten Vertrauten war. Bei einem als klärendes Gespräch gedachten Treffen zwischen Pauli und Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) bleibt die Landrätin hart. Sie fordert eine Mitgliederbefragung über den Spitzenkandidaten der Landtagswahl 2008 und Stoibers Verzicht auf eine weitere Kandidatur.
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23. Dezember Als erster Spitzenpolitiker kritisiert Landtagsfraktionschef Joachim Herrmann Stoibers Regierungsapparat.
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24. Dezember Über Weihnachten eskaliert der Streit weiter. Stoiber greift seine Kritikerin an und lehnt ein Treffen ab. Pauli nennt den Ministerpräsidenten selbstherrlich.
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28. DezemberDer CSU-Landtagsabgeordnete und Vertraute von Parteivize Horst Seehofer, Konrad Kobler, fordert Stoiber zum Verzicht auf das Amt des CSU-Chefs auf.
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1. Januar Landesgruppenchef Peter Ramsauer sieht die Christsozialen durch den Streit um Stoiber bundespolitisch geschwächt.
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3. Januar Umfrageschlappe für Stoiber: Die Mehrheit der Bayern will zwar weiter von der CSU regiert werden, aber nicht mehr von ihm als Ministerpräsident.
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4. Januar Pauli wirft Stoiber vor, ein Problem mit selbstbewussten Frauen zu haben. Mit Ausnahme von CSU-Vize Barbara Stamm solidarisieren sich die führenden CSU-Frauen daraufhin mit Stoiber.
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6. Januar Stoiber lenkt überraschend ein und bietet Pauli ein persönliches Gespräch an. Angeblich ist das Entgegenkommen eine Forderung aus der CSU-Führung.
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8. Januar Das CSU-Präsidium und die Bezirksvorsitzenden stellen sich einstimmig hinter Stoiber. In einer Solidaritätserklärung bekräftigen sie, über das Jahr 2008 hinaus mit ihm weitermachen zu wollen. Die Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth beginnt.
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9. Januar Stoiber kündigt in Kreuth an, bis zum Jahr 2013 Ministerpräsident bleiben zu wollen.
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10. Januar Die Stoiber-Ankündigung löst in der CSU-Landtagsfraktion Entsetzen aus. Der Fraktionsvorstand zieht Pläne zurück, Stoiber bei der anstehenden Klausurtagung der Fraktion zum Spitzenkandidaten für 2008 auszurufen.
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11. Januar Der Ministerpräsident lässt nun offen, ob er eine weitere volle Amtszeit anstrebt.
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12. Januar Putschgerüchte um Stoiber kommen auf. Angeblich sollen CSU-Vize Seehofer als neuer Parteichef und Beckstein als Ministerpräsident die Nachfolge übernehmen. Stoiber kündigt an, um seine Zukunft zu kämpfen. Ein Treffen mit Pauli auf dem Neujahrsempfang der Staatsregierung dauert 15 Sekunden.
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13. JanuarAls erster führender Christsozialer fordert Herrmann eine offene Debatte über Stoibers Rückzug. Es sei "unüberhörbar, dass sich die Stimmen mehren, dass man nun im Jahr 2008 mit einer anderen Formation antreten will". Darüber müsse offen geredet werden.