Vor Landtagswahl: Clement über Ypsilanti: "Ich würde sie nicht wählen!"
zuletzt aktualisiert: 23.01.2008 - 16:20Wiesbaden (RPO). Trotz der Schelte seiner Parteigenossen hat der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement seine Kritik an der SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti erneuert: "Ich würde sie nicht wählen", sagte er in einem Interview im Hinblick auf die Landtagswahl in Hessen.
Das Statement verkündete Clement in der ARD-Sendung "Hart aber fair". Unterdessen ist der Streit zwischen den Parteien über die künftige hessische Energieversorgung voll entbrannt. Ministerpräsident Roland Koch warnte vor einem Arbeitsplatzabbau, sollte die SPD die Landtagswahl gewinnen.
In dem Interview, das am Mittwochabend ausgestrahlt werden sollte, stellte Clement, der heute beim Stromkonzern RWE Power im Aufsichtsrat sitzt, die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen seinen Auffassungen und denen Ypsilantis in der Energiepolitik heraus. Er komme daher zu dem Schluss, dass er sie nicht wählen würde.
Koch sagte vor Journalisten in Wiesbaden: "Am kommenden Sonntag steht die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes auf dem Spiel." Sollte eine SPD-Regierung ihre Pläne für den massiven Ausbau der regenerativen Energien in die Tat umsetzen, werde es zu einem schleichenden Wegzug der energieintensiven Industrien aus Hessen kommen.
Beck appelliert an die FDP
In der Debatte über mögliche Koalitionen nach der Hessenwahl appellierte SPD-Chef Kurt Beck an die FDP, sich einem Bündnis mit den Sozialdemokraten und Grünen nicht zu verweigern. Eine Ampelkoalition in Hessen sei denkbar. "Die FDP wird sich überlegen müssen, ob sie sich dauerhaft verweigert, wenn es eine solche Möglichkeit gibt. Auch die FDP hat Verantwortung für diese Republik", erklärte Beck im Interview der "Ruhr Nachrichten". Als Idealziel bezeichnete Beck im Hörfunksender hr-info eine rot-grüne Koalition in Hessen.
Der hessische FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn wies den Appell des SPD-Vorsitzenden umgehend zurück: "Wir sind doch nicht das Ersatzrad von Rot-Grün!" Erstmals warben am Mittwoch die Spitzenkandidaten von SPD und Grüne auf einer gemeinsamen Wahlkundgebung in Frankfurt am Main um Stimmen. Andrea Ypsilanti (SPD) und Tarek Al-Wazir (Grüne) sprachen sich vor der Frankfurter Hauptwache für einen Regierungswechsel in Wiesbaden aus, den beide übereinstimmend als "greifbar nahe" bezeichneten.
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