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Parteirebellen: Clement und Merz verbünden sich

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 01.12.2009 - 07:37

Berlin (RP). Sie sind Außenseiter in ihren Parteien, so etwas wie die Geächteten von CDU und SPD. Wolfgang Clement, Ex-SPD-Vize und Ex-Bundeswirtschaftsminister, wurde wegen SPD-kritischer Äußerungen fast aus der Partei herausgeworfen und verließ sie schließlich selbst.

Der ehemalige prominente CDU-Politiker Friedrich Merz sucht Schulterschluss mit Wolfgang Clement  Foto: ddp, ddp
Der ehemalige prominente CDU-Politiker Friedrich Merz sucht Schulterschluss mit Wolfgang Clement Foto: ddp, ddp

Friedrich Merz, anerkannter Wirtschaftspolitiker der Union, Ex-Fraktionschef und nach einem Streit mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgeschiedener Bundestagsabgeordneter, kam gestern Abend in Berlin zu einem "Streitgespräch" mit Wolfgang Clement zusammen.

Gleich zu Beginn wurde den rund 100 Zuhörern im Berliner Nobel-Hotel Adlon aber klar, dass die beiden inhaltlich nur noch wenig trennt: "Ich habe bekanntlich die parteiliche Distanz zu Herrn Merz etwas verringert", kommentierte Clement seinen Parteiaustritt mit einem Lachen. Merz nahm den Ball gerne auf und lobte die vom damaligen SPD-Minister Clement gegen die SPD durchgesetzte "Agenda 2010". Hätte es die Sozialreformen nicht gegeben, so Merz, "hätten die mittelständischen Unternehmen in der Krise erheblich größere Probleme gehabt".

Dann nahmen sich die beiden profilierten Wirtschaftspolitiker aber auch die Managerelite zur Brust. Die Regulierung der Finanzkrise müsse beherzter angegangen werden, mahnte der Wirtschaftsliberale Merz. "Die Krise ist nicht vorbei, wir werden möglicherweise eine zweite Runde erleben", warnte der CDU- Politiker. Im kommenden Jahr dürften die amerikanischen Investmentbanken die höchsten Boni ausbezahlen, "finanziert mit Staatsgeld". Das Casino sei wieder eröffnet, mahnte Merz. "Mit dem Unterschied, dass der Croupier sagt, wo die Kugel landet."

Einen Seitenhieb auf die Kanzlerin konnte sich Merz nicht verkneifen: Deutschland hätte beim Krisenmanagement eine stärkere Rolle spielen müssen, so Merz. "Wir brauchen politische Führung." Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: "Egal, ob von Mann oder Frau."

Quelle: RP

 
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