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Keine Überprüfung auf Granatenreste: CO-Pipeline: Furcht vor Fliegerbomben

VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 23.07.2009 - 07:27

Düsseldorf (RP). Die fehlende Überprüfung auf Granaten- und Munitionsreste entlang der Trasse belastet die Leitungsprojekte von Bayer und Wingas.

Beim Bau der umstrittenen Kohlenmonoxid(CO-)Leitung des Bayer-Konzerns und der mit ihr teilweise parallel verlaufenden Erdgas-Hochdruck-Leitung der Firma Wingas hat es Wingas als bauausführende Firma für beide Leitungen bislang offenbar versäumt, die Trasse hinreichend auf Kampfmittel, wie zum Beispiel Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg oder Munitionsreste in Schützengräben, zu überprüfen.

Ein bereits vor Baubeginn zu erbringender Nachweis der Kampfmittelfreiheit sei bislang nicht erbracht worden; die Betriebsgenehmigung für die Wingas-Leitung werde deshalb – im Rahmen der Gefahrenabwehr – vorerst zurückgestellt, teilte die Düsseldorfer Bezirksregierung gestern Abend mit. Wörtlich heißt es in einem der RP vorliegenden internen Brief der Behörde: "Diese Auflage ... sollte nicht nur der Abwehr von Gefahren während der Baumaßnahmen dienen, sondern auch der Abwehr solcher Gefahren, die nach Inbetriebnahme der Leitung durch die räumliche Nähe der Leitung zu unentdeckten Kampfmitteln entstehen könnten."

Ein brennbares Gas wie Kohlenmonoxid in der Nähe möglicherweise unentdeckter Munitionsreste: Diese Vorstellung dürfte bei den Pipeline-Gegnern in der Region für erhebliche Unruhe sorgen. Denn eine nun offenbar beabsichtigte nachträgliche Prüfung der Kampfmittel-Freiheit ist schwierig. Herkömmlich angewandte so genannte Detektionsverfahren reagieren auf Metall, also auch auf die längst im Erdreich liegenden Wingas- und Bayer-Röhren. Wie sich aus dem Brief weiter ergibt, soll Bauherr Wingas deshalb alternative, nachträglich anwendbare Kampfmittel-Prüfverfahren in Aussicht gestellt haben.

Mit Blick auf die CO-Pipeline heißt es: "Auch der Firma Bayer Material Science ist das Problem mehrfach dargelegt worden. Die Firma BMS ist ebenfalls gebeten worden, Lösungsvorschläge zu unterbreiten." Ein Bayer-Sprecher stellte am Abend klar: "Nach unseren Informationen hat die Wingas die Trasse vor und während des Baus auf Kampfmittel geprüft. Muss jetzt nachgelegt werden, handelt es sich allenfalls um eine Teilstrecke von 400 bis 500 Metern."

Eine mögliche Inbetriebnahme der CO-Pipeline hängt überdies an einem zurzeit vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht in erster Instanz laufenden, voraussichtlich langwierigen Verfahren.

Quelle: RP

 
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