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panorama costa rica Laura Chinchilla AFP 2010
  Foto: AFP, AFP
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Chinchilla siegt bei Präsidentenwahl: Costa Rica wird künftig von einer Frau regiert

zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 06:57

San José (RPO). Costa Rica wird künftig voraussichtlich erstmals von einer Frau regiert. Die Kandidatin der regierenden Nationalen Befreiungspartei (PLN), Laura Chinchilla, kam bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag nach Auszählung von 40 Prozent der Wahlzettel auf knapp 47 Prozent der Stimmen. Ihre zwei aussichtsreichsten Rivalen erkannten den Sieg der 50-jährigen Politologin in der ersten Wahlrunde an.

Schon nach der Auszählung von 20 Prozent der Stimmen räumte der sozialistische Präsidentschaftskandidat Ottón Solís seine Niederlage ein. "Mit viel Respekt erkennen wir die Realitäten an", sagte er vor Anhängern. Als 40 Prozent der Wahlzettel ausgezählt waren, gratulierte auch der Rechtspopulist Otto Guevara "unserer Präsidentin".

Chinchilla errang den Teilergebnissen zufolge fast 47 Prozent der Stimmen und lag damit mehr als 20 Prozentpunkte vor ihren aussichtsreichsten Rivalen. Solís kam auf 24 Prozent, Guevara auf 21 Prozent. Den Zwischenergebnissen zufolge sicherte sich Chinchilla einen Wahlsieg in der ersten Runde. Dazu war ein Stimmenanteil von mindestens 40 Prozent erforderlich.

"Danke Costa Rica"

Die frühere Vize-Präsidentin und Ex-Justizministerin Chinchilla war als Kandidatin der regierenden Nationalen Befreiungspartei (PLN) angetreten. Der amtierende Präsident Oscar Arias konnte nicht erneut kandidieren, da Costa Ricas Verfassung zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten als Präsident nicht erlaubt. Die PLN ist offiziell sozialdemokratisch, nach Einschätzung ihrer Kritiker ist sie allerdings in die rechte Mitte gerutscht.

Chinchilla ließ sich am Sonntagabend in San José von tausenden Anhängern feiern. "Danke Costa Rica", rief sie der Menge zu. Dies sei für sie "ein Moment der Freude, aber vor allem der Demut". "Ich werde Euer Vertrauen nicht enttäuschen, denn es ist klar, dass es mir als Geschenk gegeben wurde", fügte Chinchilla hinzu. Sie sei sich bewusst, dass der Wahlerfolg kein "Blankoscheck" für die vierjährige Amtszeit sei.

"Alles ist ordentlich abgelaufen"

Gut 2,8 Millionen Costaricaner waren aufgerufen, einen neuen Staatschef, zwei Vize-Präsidenten und die 57 Parlamentsabgeordneten zu wählen. Insgesamt bewarben sich neun Kandidaten um das höchste Amt im Staat. Die Abstimmung wurde von rund 200 internationalen Beobachter überwacht. Nach Angaben der Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. "Alles ist ordentlich abgelaufen", hatte die kolumbianische Chefin der 52 OAS-Wahlbeobachter, Maria Emma Mejia, nach der ersten Hälfte des Wahltages gesagt.

Im Wahlkampf war es vor allem um die sich verschlechternde Sicherheitslage in dem zentralamerikanischen Land und seine wirtschaftlichen Probleme gegangen. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent geschrumpft. Costa Rica gilt allerdings im Gegensatz zu anderen Ländern der Region wie Honduras und Guatemala als vergleichsweise stabil.

Quelle: AFP/csr

 
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