Europawahl: CSU schickt Ferber ins Rennen
zuletzt aktualisiert: 02.01.2009 - 18:07München (RPO). Der langjährige Chef der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, wird als Spitzenkandidat bei der Europawahl am 7. Juni antreten. Das erklärte CSU-Chef Horst Seehofer am Freitag in München.
Seehofer werde Ferber bei der Delegiertenversammlung zur Aufstellung der CSU-Liste am 17. Januar vorschlagen. Die CSU zähle auf die Erfahrung und das Wissen des Kandidaten.
Ferber sei seit einem Jahrzehnt Chef der CSU-Europagruppe in Brüssel und habe diese "hervorragend geführt", lobte Seehofer den neben ihm sitzenden Schwaben. "Auf seine Erfahrung wollen wir in den nächsten Monaten im Wahlkampf und darüber hinaus auch setzen", fügte der CSU-Chef hinzu.
Damit ist eine Spitzenkandidatur der ehemaligen bayerischen Kultusministerin und Strauß-Tochter Monika Hohlmeier vom Tisch. Hohlmeier war vor wenigen Wochen überraschend vom CSU-Bezirk Oberfranken als Bewerberin für das Europaparlament vorgeschlagen worden. Auf welchem Platz sie nun kandidieren soll, ist noch offen.
Seehofer verriet, er habe Ferber schon immer für bedeutende Funktionen im Kopf gehabt: Hätte er selbst 2007 gegen Erwin Huber die Wahl zum Parteichef gewonnen, "wäre Markus Ferber Generalsekretär der CSU geworden".
Kein Wort zu Hohlmeier
Zum möglichen Listenplatz Hohlmeiers äußerte sich der CSU-Chef nicht. Die Parteiführung werde den Delegierten für die Spitzengruppe der Liste "einen schlüssigen Vorschlag" machen, kündigte er an. Die Entscheidung über die Spitzenkandidatur habe er schon jetzt getroffen, "weil wir sofort europapolitisch handlungsfähig sein müssen". "Da brauchen wir Klarheit und keine weitere Debatte", sagte Seehofer.
Der Parteichef selbst hatte es in den vergangenen drei Wochen aber vermieden, durch eine klare Aussage zur Spitzenkandidatur alle Diskussionen zu beenden. Hohlmeier war vom CSU-Bezirksvorstand Oberfranken Mitte Dezember überraschend für das Europaparlament nominiert worden. In Teilen der CSU gab es heftige Kritik an dieser Entscheidung.
Auch Ferber, der sich kurz vor Weihnachten noch zu einer Kampfkandidatur gegen Hohlmeier bereiterklärt hatte, will von einem Machtkampf nichts mitbekommen haben. Überhaupt, betonte er, habe er nie das Gefühl gehabt, "dass es nicht zu dem kommen wird, was heute stattgefunden hat".
Die Grünen im Landtag werten die Spitzenkandidatur Ferbers dagegen als "schwere Schlappe" für Seehofer. "Alle verspäteten Lobeshymnen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Seehofer seinen eigenen Spitzenmann nur für die zweite Wahl hält, aber offenkundig zu schwach war, seine Favoritin Hohlmeier durchzudrücken", sagte Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause.
Daran, dass er die Europawahl sehr ernst nimmt, ließ Seehofer keinen Zweifel. Für die CSU sei es "wieder einmal eine Testwahl", sagte er. Einen bestimmten Stimmanteil mag er nicht als Wahlziel ausgeben. "Wir haben zurzeit neun Abgeordnete. Mein und unser politisches Ziel ist, nach Möglichkeit diese Zahl der Abgeordneten zu behaupten", sagte er. "Und daran lasse ich mich auch persönlich messen."
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