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Schlechte Umfragewerte: CSU zweifelt an Merkels Führungskompetenz

zuletzt aktualisiert: 05.03.2009 - 14:50

Augsburg (RPO). Die Unionsparteien haben nach aktuellen Umfragen deutlich an Wählergunst verloren. Das schürt besonders bei der CSU Unmut. Sie macht Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Abwärtstrend verantwortlich.

Angela Merkel soll laut CSU schuld an den schlechten Umfragezahlen sein.  Foto: ddp, ddp
Angela Merkel soll laut CSU schuld an den schlechten Umfragezahlen sein. Foto: ddp, ddp

Der CSU-Europaabgeordneten und oberste Repräsentant der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, hat CDU-Chefin Merkel wegen ihres Verhaltens gegenüber Erika Steinbach massiv kritisiert. Posselt sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, zwar seien es keine Krokodilstränen, die führende CDU-Leute nun "über den vorläufigen Rückzug" Steinbachs weinten.

Aber die Reaktionen würfen ein Schlaglicht auf den Zustand der CDU: "Die CDU hat eine gute Kanzlerin, aber eine nicht existente Parteivorsitzende." Die CSU habe sich sofort gegen den politischen Rufmord an Steinbach verwahrt. Das hätte er sich auch von der CDU-Bundesvorsitzenden gewünscht.

Der CDU mangelt es nach Ansicht des CSU-Spitzenpolitikers an der Fähigkeit, auf eine politische Kampagne, wie sie nicht zuletzt vom Koalitionspartner SPD gegen Erika Steinbach geführt worden sei, zu reagieren. Dies sei ein tiefgreifendes Problem, das weit über den Fall Steinbach hinausgehe und das auch CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla betreffe.

Ähnlich äußerte sich der neue CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Dieser kritisierte vor allem die schlechten Umfragewerte von CDU und CSU: "Die Union kann sich mit solchen Werten auf keinen Fall zufrieden geben", sagte er. Die Unionsparteien müssten die Bundestagswahl mit einem so deutlichen Vorsprung vor der SPD gewinnen, dass die Große Koalition durch eine bürgerliche Regierung abgelöst werden könne. "Dazu braucht es eine Kraftanstrengung der gesamten Union, denn die starken Stimmen aus dem Süden können nicht alles ausgleichen was anderswo in Deutschland fehlt", sagte Dobrindt in Richtung CDU.

Umfrage: Union erhält nur 33 Prozent

Am Mittwoch wurde die Forsa-Erhebung veröffentlicht. Demnach sanken CDU und CSU in der Wählergunst um einen Punkt auf 33 Prozent und damit ihren tiefsten Stand seit Juli 2006. Während auch die FDP einen Prozentpunkt einbüßte, gewannen SPD und Grünen im Vergleich zur Vorwoche je einen hinzu.

Wie aus der Umfrage für "Stern" und RTL hervorgeht, legte die SPD in der zweiten Woche in Folge je einen Punkt zu und kommt jetzt auf eine Zustimmung von 24 Prozent der befragten Wahlberechtigten. Die Grünen, die um die gleiche Spanne zulegen konnten, liegen nun gleichauf mit der unveränderten Linken bei 11 Prozent. Die FDP sank leicht von 18 auf 17 Prozent, bleibt aber mit klarem Abstand drittstärkste Kraft. Für "sonstige Parteien" würden vier Prozent der Wähler stimmen.

Der Vorsprung des bürgerlichen Lagers aus Union und FDP (50 Prozent) ist damit auf vier Prozentpunkte vor SPD, Grünen und Linkspartei (zusammen 46 Prozent) geschrumpft. In der Vorwoche hatten die bürgerlichen Parteien noch mit acht Punkten vorne gelegen. Befragt wurden dafür 2503 Bundesbürger.

Merkels Vorsprung bei Jungen und im Osten am größten

Wie aus einer weiteren Forsa-Umfrage hervorgeht, liegt CDU-Chefin Angela Merkel aber bei der Kanzlerpräferenz weiter klar vor ihrem sozialdemokratischen Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. 48 Prozent der in diesem Fall 18.514 für den "Stern" Befragten würden bei einer Direktwahl derzeit für die Kanzlerin stimmen, nur 25 Prozent für den Bundesaußenminister. Keinen von beiden wollten 27 Prozent.

Besonders deutlich würde Merkel die Kanzlerwahl bei Schülern und Studenten gewinnen. Dort führt die Amtsinhaberin 59 Prozent. Steinmeier erzielt sein bestes Ergebnis mit 30 Prozent unter den Beamten. In Ostdeutschland kam Merkel mit 51 Prozent auf die größte Zustimmung nach Bundesländern. Eine Ausnahme sind allerdings Berlin und Brandenburg, wo Merkel mit 45 Prozent ihr schlechtestes Umfrageergebnis hatte. Steinmeier kam in Schleswig-Holstein und Hamburg mit 29 Prozent auf seine besten Werte.

Quelle: AP

 
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