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Grenzkontrollen in Dänemark
Albig: Grenzkontrollen sind Belastung für Pendler

Exklusiv | Berlin. Dänemark hat an der deutschen Grenze Ausweiskontrollen eingeführt. Torsten Albig (SPD) bedauerte den Schritt. "Dies kann das gute Zusammenleben in der deutsch-dänischen Grenzregion beeinträchtigen und insbesondere die Pendler belasten", sagte er unserer Redaktion.

Es sei ein "Lichtblick", dass die dänische Regierung auf Wunsch der Landesregierung nur stichprobenartige Kontrollen unternehme, sagte Albig weiter. Um den "Schaden für das soziale und wirtschaftliche Leben im Grenzland zu minimieren", solle die Dauer so kurz wie möglich sein, betonte Albig.

In Kopenhagen begründete Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen die zunächst auf zehn Tage befristeten Kontrollen mit dem parallel erfolgenden Vorgehen Schwedens, den Zuzug von Migranten zu reduzieren. Das deutsche Innenministerium kündigte an, die Auswirkungen genau zu beobachten. Regierungssprecher Steffen Seibert warnte vor der Aushöhlung der Reisefreiheit in der Europäischen Union. Nötig seien gesamteuropäische Lösungen.

Kubicki: Mehr Flüchtlinge in Schleswig-Holstein

Aus Kiel war zu erfahren, dass zunächst nur wenige Flüchtlinge gestoppt wurden. Zusätzliche Unterkünfte seien vorsorglich in Kiel, Lübeck, Flensburg und Puttgarden geschaffen worden. FDP-Vize Wolfgang Kubicki rechnet mit einer "kurzfristigen Erhöhung der Flüchtlingszahlen in Schleswig-Holstein". Grundsätzlich sei es für überzeugte Europäer "erschreckend, dass der Gedanke eines Europa ohne Grenzen nach und nach aufgegeben wird", sagte er. "Von der Bundes- und insbesondere von der Kieler Landesregierung erwarten wir größtmöglichen diplomatischen Einsatz, damit der historische Gedanke nicht noch weiter in den Hintergrund rückt."

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(may-/qua)
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