Ist das prominenteste Gesicht des neuen Bündnisses: Oskar Lafontaine (62). Seit 1966 Mitglied der SPD, Landesvorsitzender im Saarland seit 1977. 1990 Kanzlerkandidat gegen Helmut Kohl. Im selben Jahr wird er durch einen Messerstich auf einer Wahlkampfveranstaltung schwer verletzt.
Seit 1998 Finanzminister im Bund, tritt ein Jahr später nach Differenzen mit Gerhard Schröder von allen Ämtern zurück. Verkündete im Juni 2005 seine Kandidatur für die WASG.
Gregor Gysi (57). Ausbildung zum Rinderzüchter, später Studium und freier Rechtsanwalt in der DDR. Seit 1967 SED-Mitglied. 1989-1993 Parteichef der PDS, 1998-2000 Fraktionschef der PDS.
Seit 1990 Mitglied des Bundestages. Anfang 2002 wird er Wirtschaftssenator in Berlin, tritt jedoch im Juli 2002 nach einer Bonusmeilenaffäre überraschend zurück. Zuletzt war Gysi hauptsächlich auf Grund seines Gesundheitszustands in den Schlagzeilen. Er musste sich 2004 einer Hirnoperation unterziehen.
Klaus Ernst (51) ist einer von vier Bundesvorsitzenden der WASG. Diplom-Volkswirt und Sozialökonom, IG-Metall Chef in Schweinfurt. Seit 1972 Mitglied der SPD, im gleichen Jahr ein Strafverfahren, weil er Wahlplakate der CDU überklebte.
Mitinitiator der WASG-Gründung, deswegen schließt ihn die Bayrische SPD im Sommer 2004 aus der Partei aus.
Thomas Händel (52). Geboren in Nürnberg, seit 1970 Mitglied der IG Metall. 1987 Geschäftsführer der Gewerkschaft in Fürth. War 32 Jahre Mitglied der SPD, wurde 2004 gemeinsam mit Klaus Ernst aus der Partei ausgeschlossen.
Die Frau im Vorstand: Sabine Loesing (49). Sozialarbeiterin und Therapeutin aus Göttingen. Aktivistin der Antiglobalisierungsbewegung Attac. Anfang 2005 in den Vorstand der WASG gewählt.
Axel Troost (50). Promovierter Volkswirt und Geschäftsführer des Bremer Progress-Institutes für Wirtschaftsforschung. Außerdem in der Arbeitsgruppe für Alternative Wirtschaftspolitik. Mitglied von IG Metall und Attac.
Bündnispartner der WASG im Osten: PDS-Chef Lothar Bisky (64). Seit 1963 Mitglied der SED. Der Kulturwissenschaftler habilitiert 1975 und wird 1979 Honorarprofessor in Berlin.
1986-1990 Rektor der Filmhochschule Babelsberg. Seit 1990 Fraktionsvorsitz der Brandenburger PDS, seit 1993 Vorsitzender der Bundespartei.
Ist Autor der Autobiografie "So viele Träume". Darin offenbart er unter anderem die Stasi-Mitarbeit seiner Frau Almut.
Foto: Deutscher Bundestag
Petra Pau (42). Studierte Gesellschaftswissenschaften an der Parteihochschule "Karl Marx", war seit 1983 Mitglied der SED.
Seit Oktober 2000 stellvertretende Fraktionsvorsitzende der PDS im Bundestag und stellvertretende Parteivorsitzende. Weil die PDS 2002 den Wiedereinzug in das Parlament verpasste, sitzt Pau gemeinsam mit Parteifreundin...
Noch ein SPD-Rebell: Ulrich Maurer (57). Der Jurist und Rechtsanwalt war 35 Jahre Mitglied der SPD, davon 12 Jahre lang Chef des Landesverbandes Baden-Württemberg. Im Juni 2005 tritt Maurer aus der Partei aus und wird Mitglied der WASG. Die Linkspartei setzte ihn am 17. Juli auf den Spitzenplatz der Landesliste Baden-Württemberg.