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Oskar Lafontaine (63) ehemaliger saarländischer Ministerpräsident, SPD-Chef und Bundesfinanzminister. Nach einem heftigen Streit mit dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) trat er 1999 von seinen Ämtern zurück. Von der SPD wurde er später für scharfe Attacken auf den aus seiner Sicht unsozialen Regierungskurs teils gescholten, teils belächelt, schließlich als "Persona non grata" ausgegrenzt. Als Spitzenkandidat der WASG im Bundestagswahlkampf 2005 erlebte er sein Comeback. Die Vereinigung mit der PDS hatte der machtbewusste Lafontaine zur Bedingung für sein Engagement gemacht. Heute ist er Chef der Links-Fraktion an der Seite Gregor Gysis. Zusätzlich wird Lafontaine mit Lothar Bisky die Doppelspitze der neuen Linken stellen.
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Gregor Gysi (59) Der Sohn eines hohen SED-Funktionärs verteidigte als einer der wenigen freien Rechtsanwälte der DDR Systemkritiker wie Bärbel Bohley. Eine angebliche inoffizielle Stasi-Mitarbeit als "IM Notar" wurde nie bewiesen. Im Dezember 1989 übernahm er für vier Jahre den Vorsitz der SED/PDS und wurde zum Medienstar. Während der gesamten neunziger Jahre führte er die PDS-Gruppe beziehungsweise -Fraktion im Bundestag. Nach einem Intermezzo als Wirtschaftsenator in Berlin trat Gysi im Zuge der "Bonusmeilenaffäre" von der politischen Bühne ab. 2005 kehrte er trotz zweier Herzinfarkte als Spitzenkandidat für die Neuwahl zurück. Ein Parteiamt strebt Gysi zwar nicht mehr an, ein wichtiges Aushängeschild der neuen Linken wird er allemal.
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Lothar Bisky (65) langjähriger PDS-Vorsitzender (1993 bis 2000, seit 2003). Nach der Flucht seiner Familie aus Pommern wuchs er in Schleswig-Holstein auf, ging aber als 18-Jähriger allein in die DDR und trat der SED bei. Als Kulturwissenschafter wurde er Dozent bei einer Akademie des SED-Zentralkomitees, in den Vorwendejahren leitete er die Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Im Herbst 1989 setzte er sich für den Erhalt der DDR durch demokratische Reformen ein. Eine inoffizielle Stasi-Mitarbeit bestritt Bisky stets, scheiterte jedoch wegen dieser nie ganz ausgeräumten Vorwürfe nach der Bundestagswahl 2005 mit seinem Vorhaben, Vizepräsident des Parlaments zu werden. Unermüdlich hat er bis zuletzt für die Parteifusion als "historische Chance" geworben, nach der Bundestagswahl 2009 will er aber definitiv aufhören.
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Dietmar Bartsch (49) , promovierter Wirtschaftswissenschaftler und innerparteilich mäßig beliebter Bundesgeschäftsführer. Nach der Wende war der gebürtige Stralsunder Geschäftsführer der linken Tageszeitung "Junge Welt". 1991 wurde er zum Bundesschatzmeister der PDS gewählt, 1997 stieg er zum Bundesgeschäftsführer auf. Ein herber Rückschlag folgte 2002. Nachdem Bartsch vier Jahre im Bundestag gesessen hatte, übernahm er die Wahlkampfleitung, seine Partei scheiterte aber an der Fünf-Prozent-Hürde. Innerparteiliche Gegner drängten ihn darauf zum Rückzug. Nach einem Zwischenspiel als Geschäftsführer der PDS-nahen Tageszeitung "Neues Deutschland" kehrte Bartsch Ende 2005 aber auf Biskys Wunsch als Bundesgeschäftsführer zurück. Auch in der neuen Linken soll er dieses Amt ausfüllen.
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Ulrich Maurer (58), nach Lafontaine profiliertester SPD-Überläufer. Ein Vierteljahrhundert lang saß der Stuttgarter Rechtsanwalt für die SPD im Landtag, war für neun Jahre Fraktionschef, von 1987 bis 1999 Vorsitzender des Landesverbands. In Rudolf Scharpings Schattenkabinett war Maurer 1994 als Innenminister aufgestellt, Ende der Neunziger saß er sogar als Mitglied im Bundespräsidium. Nach dem Rückzug aus der ersten Reihe wandte er sich verstärkt der Sozialpolitik zu - bis er schließlich im Mai 2005 der SPD-Spitze Verrat an den Grundwerten der Partei und Bundeskanzler Schröder Neoliberalismus vorwarf. Kurz darauf trat er der WASG bei, für die er auch in den Bundestag einzog. Derzeit teilt er sich mit Dagmar Enkelmann die parlamentarische Geschäftsführung der Links-Fraktion im Bundestag. Im geschäftsführenden Vorstand der Linken soll er Beauftragter für den "Aufbau West" werden.
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Katja Kipping (29) engagierte Berufspolitikerin und PDS-Blitzkarrieristin. Nach einem freiwilligen sozialen Jahr in Russland begann Kipping in ihrer Heimatstadt Dresden ein Magisterstudium und zugleich ihre Politiklaufbahn. Schon ein Jahr nach ihrem PDS-Eintritt wurde sie 1999 in den sächsischen Landtag gewählt. Im Jahr 2003, als sie ihr Studium abschloss, stieg die eloquente "Hartz IV"-Gegnerin zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden auf, seit Herbst 2005 ist sie außerdem die sozialpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion. Ihr Steckenpferd, die Forderung nach einem "bedingungslosen Grundeinkommen", ist in den eigenen Reihen noch nicht mehrheitsfähig, als Vize der Linken wird sie weiter dafür kämpfen.
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Klaus Ernst (52) gebürtiger Bayer, IG-Metall-Funktionär und WASG-Mitbegründer. In Reaktion auf die "Agenda 2010" von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) rief der studierte Volkswirtschaftler im Frühjahr 2004, damals noch mit SPD-Parteibuch, mit Freunden die "Initiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit" ins Leben - und wurde daraufhin aus der SPD ausgeschlossen. Als faktischer WASG-Chef (offiziell: Mitglied im geschäftsführenden Vorstand) trieb er 2005 das Wahlbündnis mit der Linkspartei voran und zog selbst in den Bundestag ein. Ernst ist als Vizechef der Linken vorgesehen.