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Antworten zum Gipfel in Hamburg
Das wollen Google-Nutzer zu G20 wissen

Kurz erklärt: Was steckt hinter G20?
Hamburg. Was bedeutet das G in G20? Wo nächtigen die Staats- und Regierungschefs? Und wer bezahlt das Ganze eigentlich? Fragen wie diese stellen die Google-Nutzer kurz vor dem Gipfel in Hamburg. Wir beantworten die 15 häufigsten. Von Dana Schülbe

Massive Sicherheitsvorkehrungen, erste Krawalle von Gipfel-Gegnern und gespanntes Warten auf das Zusammentreffen von Donald Trump und Wladimir Putin am Freitag: Das Treffen der G20 in Hamburg wirft schon seit Wochen seine Schatten voraus. Was aber interessiert die Google-Nutzer in Bezug auf das Großereignis? Google hat dafür die häufigsten Suchanfragen ausgewertet. 

  • Was ist der G20-Gipfel?

Bei den G20 handelt es sich nicht um eine internationale Organisation, sondern um ein Forum, das 1999 als Reaktion auf eine Wirtschaftskrise in Asien ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer trifft sich regelmäßig, um sich in der internationalen Finanz- und Wirtschaftspolitik abzustimmen. Die G20-Staaten stehen dabei für fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, vier Fünftel der Weltwirtschaftsleistung und drei Viertel des Welthandels. Während sich früher bei den Gipfeln vor allem Finanzminister und Zentralbankchefs trafen, gibt es seit 2008 – als Folge der Finanzkrise im selben Jahr – einmal pro Jahr ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der G20.

  • Wann findet der G20-Gipfel in Hamburg statt?

Am 7. und 8. Juli. Gegenveranstaltungen gibt es bereits die Tage zuvor.

  • Wo findet der G20 Gipfel statt?

Genauer Veranstaltungsort ist die Hamburger Messe. Am Freitagabend gibt es zudem eine Veranstaltung in der Elbphilharmonie.

  • Warum sind viele Menschen gegen G20?

Kritiker sehen in G20 ein Machtinstrument gegenüber den restlichen 173 Ländern, das keine demokratische oder rechtliche Legitimation hat. Sie verstehen G20 daher auch als ein Durchsetzungsorgan der Mächtigen und Reichen dieser Welt gegen die Armen und Ohnmächtigen. Ergänzend sei gesagt, dass die Gipfelvereinbarungen nicht bindend sind und sich die Länder mitunter auch nicht daran halten. Kritisiert wird zudem, dass Themen wie Menschenrechte oder Rechtsstaatlichkeit in den eigenen Reihen nicht angesprochen werden. 

  • Wer sind die G20-Staaten?

Die "Gruppe der 20" besteht aus der Europäischen Union und den stärksten Volkswirtschaften aller Kontinente. Das sind folgende 19 Länder: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA.

  • Wer kommt zum G20-Gipfel?

Die Delegierten der G20 können Sie hier nachlesen. Zudem hat jeder Gipfel internationale Organisationen wie die Weltbank und die Vereinten Nationen zu Gast. Ständiger Gast ist darüberhinaus Spanien. Außerdem werden vom Gastgeber in der Regel weitere Länder eingeladen. Diesmal sind es Norwegen, die Niederlande und Singapur.

  • Warum findet der G20-Gipfel in Hamburg statt?

Gastgeber eines G20-Gipfels ist jedes Mal das Land, das die Präsidentschaft übernommen hat. Und in diesem Jahr ist das Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung haben dann entschieden, dass das Treffen in Hamburg stattfinden soll. In einer Rede, die auf der Webseite der Hansestadt verlinkt ist, hatte Merkel die Weltoffenheit Hamburgs als einen Grund für die Entscheidung genannt. Olaf Scholz (SPD), Erster Bürgermeister der Stadt, hatte gesagt, er habe diesbezüglich einen Anruf von Merkel bekommen und gleich zugesagt. Zudem, so heißt es auf der Webseite, verfüge nur eine Großstadt wie Hamburg über die nötige Infrastruktur, um einen solchen Gipfel auszurichten.

  • Wer von den G20-Gästen schläft wo?

Bekannt ist, dass die Spitzenhotels in der Hansestadt komplett ausgebucht sind, aber die Hoteliers verraten natürlich nicht, wer wo unterkommt. Einiges sickert aber doch durch – etwa in den lokalen Zeitungen. So soll Merkel in Hamburgs Vorzeigeadresse "Atlantic Kempinski" wohnen. Laut "Hamburger Abendblatt" haben sich die Saudis sämtliche 156 Zimmer und Suiten des Luxushotels "Vier Jahreszeiten" gebucht, das Haus will dies weder bestätigen noch dementieren.  Die chinesische Delegation mit Präsident Xi Jingping wird im "Grand Elysee" an der Rothenbaumchaussee unterkommen, was eine Hotelsprecherin nicht dementieren will. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wiederum wohnt Berichten lokaler Blätter zufolge im Hotel Sofitel unweit des Rathauses.  Russlands Präsident Wladimir Putin teilt sich laut "Hamburger Morgenpost" das "Park Hyatt" mit Kanadas Premier Justin Trudeau. Großbritanniens Premierministerin Theresa May, Indiens Ministerpräsident Narendra Modi, Brasiliens Präsident Michel Temer und Nguyen Xuan Phuc aus Vietnam sollen den Berichten zufolge im "Reichshof" unweit des Hamburger Hauptbahnhofs wohnen. Und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron steigt demnach im "Mövenpick" im Schanzenpark ab.

  • Wo schläft Donald Trump?

Er musste sich ein Ausweichquartier suchen, weil die Spitzenhotels ausgebucht sind. Nach Medienberichten kommt er im Gästehaus des Senats unter. Offiziell bestätigt hat das natürlich niemand. 

  • Was wird auf dem G20-Gipfel besprochen?

Bei den Treffen der G20 geht es generell um zentrale Dinge, die die Wirtschaft betreffen: Die Politiker diskutieren über den Handel und über vieles andere, das mit Geld zu tun hat. Aber auch über andere Probleme, die im Moment dringend sind: Dieses Mal sind Krieg und Flüchtlinge wichtige Themen, darunter die Konflikte in Syrien und der Ukraine. Deutschland will die G20 zudem zu mehr Investitionen in Afrika über Partnerschaften gewinnen. Schwierige Gespräche werden nach dem angekündigten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen zum Klimaschutz erwartet. Weitere Themen dürften die Katar-Krise und Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm sein.

  • Was bedeutet das G in G20?

Das G steht für "Gruppe" – oder "Group" im Englischen.

  • Was kostet der G20-Gipfel?

Laut der Webseite der Stadt stehen die tatsächlichen Kosten des G20-Gipfels noch nicht fest, die Verteilung sei aktuell Gegenstand von Gesprächen zwischen dem Senat und der Bundesregierung. Viele Kosten trage der Bund als Veranstalter selbst, so zum Beispiel Unterbringung, Verpflegung und Transport der internationalen Gäste. Nach Medienberichten stellt der Bund der Stadt dafür 50 Millionen Euro zur Verfügung. Zuletzt wurden jeweils hohe dreistellige Millionenbeträge für G20-Treffen fällig.

  • Wer zahlt den G20-Gipfel?

Die Stadt Hamburg und der Bund und damit letztlich der Steuerzahler. Laut der Webseite der Bundesregierung lassen sich die tatsächlichen Kosten der gesamten G20-Präsidentschaft erst nach deren Ende im Dezember 2017 ermitteln. 

  • Wie viele Polizisten sind bei G20 im Einsatz?

Mindestens 15.000 Polizisten und weitere fast 4000 Bundespolizisten werden an den Gipfeltagen in Hamburg zusammengezogen. Zudem stehen mindestens 19 Polizeihubschrauber bereit, dazu 3000 Fahrzeuge aller Art.

  • Was sind Schwellenländer?

Damit wird die Gruppe relativ fortgeschrittener Entwicklungsländer bezeichnet, die wegen ihrer wirtschaftlichen Erfolge, insbesondere in der Industrie, beachtliche Fortschritte macht und daher in Sachen Entwicklungsstand gegenüber den Industriestaaten deutlich aufgeholt hat. Allerdings hinken soziale und politische Strukturen dieser wirtschaftlichen Entwicklung hinterher. Als Schwellenländer gelten laut Bundeszentrale für Politische Bildung je nach Abgrenzung mehr als 40 Staaten, darunter Israel, Südafrika, einige Erdöl exportierende Staaten wie Saudi-Arabien und Kuwait oder lateinamerikanische Länder wie Mexiko und asiatische Länder wie Südkorea und Singapur.

mit Material der Nachrichtenagenturen dpa, AFP und Reuters.

 
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