kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Parlamentarier legen Entwurf vor: Debatte über umstrittene PID

zuletzt aktualisiert: 21.12.2010 - 13:09

Berlin (RPO). Eine Gruppe von Abgeordneten aus allen Bundestagsfraktionen setzt sich für eine eingeschränkte Erlaubnis der Präimplantationsdiagnostik (PID) ein. Am Dienstag wollten sie einen Gesetzentwurf vorlegen, der im Frühjahr im Bundestag diskutiert werden könnte. Doch auch die Gegner melden sich zu Wort.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Johannes Singhammer (CSU), hat sich gegen eine eingeschränkte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen. "Jede Differenzierung bringt unlösbare Probleme mit sich. Die einzige konsequente Lösung ist ein eindeutiges Verbot der PID", sagte Singhammer gegenüber unserer Redaktion. Er fügte hinzu: "Wir müssen es mit allen Mitteln vermeiden, dass Druck auf werdende Eltern ausgeübt wird, gesunde Kinder zur Welt zu bringen. Es wäre schlimm, wenn sich Eltern behinderter Kinder später rechtfertigen müssen."

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, warnt vor einer Diskriminierung Behinderter durch die Präimplantationsdiagnostik (PID). Der "Passauer Neuen Presse" sagte Glück: "Es geht hier um eine wirkliche Grundsatzfrage. Bei der PID stellt sich die Frage, welches Leben als erwünscht gelten soll und welches nicht." Das Zentralkomitee sei zu dem Ergebnis gekommen, "dass PID nicht zu vertreten ist und im Ergebnis eine Diskriminierung insbesondere behinderten Lebens ist". Glück warb "für ein ausnahmsloses Verbot der Präimplantationsdiagnostik". Auch die Zulassung für Fälle, in denen eine Totgeburt wahrscheinlich sei, lehnte er ab.

Befürworter rechnen mit Zustimmung

Einer der Initiatoren für die eingeschränkte Erlaubnis der PID, der CDU-Politiker Peter Hintze, rechnete im ARD-Morgenmagazin mit einer parlamentarischen Mehrheit für den Vorschlag einer "behutsamen Zulassung". Danach soll eine Untersuchung von Embryonen aus künstlicher Befruchtung auf Erbkrankheiten vor der Einpflanzung in die Gebärmutter nur in zwei Fällen erlaubt sein: Wenn die Eltern von einer schweren erblichen Vorbelastung wissen oder wenn eine Tod- oder Fehlgeburt droht. "In beiden Fällen finden wir es die humane Alternative etwa zur Pränataldiagnostik, wo die Untersuchung erst im Mutterleib stattfindet", sagte Hintze.

Seine Mitstreiterin, die FDP-Politikerin Ulrike Flach, erläuterte im Deutschlandfunk, grundsätzlich solle die PID verboten werden, daneben solle es aber eine Ausnahmeregelung geben, wenn es in der Familie schwere Erbschäden gebe oder die Gefahr einer Fehlgeburt bestehe. Voraussetzung sei die Zustimmung einer Ethikkommission.

Flach wies darauf hin, dass es ähnliche Gesetze bereits in anderen in europäischen Ländern gebe, beispielsweise in Frankreich. Eine Ethikkommission solle wie dort jeden Fall einzeln entscheiden. Durch die eingeschränkte PID werde Familien unendliches Leid erspart. Es sei "hochethisch", den Frauen zu ersparen, in die Schwangerschaft zu gehen, wenn Embryonen geschädigt seien.

Zu der Gruppe um Hintze und Flach gehören auch die SPD-Abgeordnete Carola Reimann und Petra Sitte von der Linkspartei sowie Jerzy Montag von den Grünen. In der Online-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", faz.net, hieß es am Dienstag, auch Familienministerin Kristina Schröder und Sozialministerin Ursula von der Leyen (beide CDU), sowie die SPD-Politiker Edelgard Buhlman und Hubertus Heil unterstützten den Entwurf.

Dritter Entwurf angeblich in Vorbereitung

In der vergangenen Woche hatte ein anderer Kreis von Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen sich auf Eckpunkte für ein umfassendes Verbot der PID verständigt. Ein dritter, ebenfalls fraktionsübergreifender Entwurf soll laut faz.net auf eine stärkere Einschränkung als der Hintze/Flach-Entwurf abzielen. Die PID soll nur legal sein, wenn eine Erkrankung des Kindes zum Tod während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensjahren führen könnte.

Eine gesetzliche Neuregelung ist notwendig geworden, weil der Bundesgerichtshof die PID faktisch zugelassen hat. Die Abstimmung im Bundestag soll ohne den sogenannten Fraktionszwang stattfinden.

Quelle: apd/top

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Wahlen in Ägypten

Kandidat fordert neue Auszählung

Nach der ersten Runde der ägyptischen Präsidentschaftswahl hat ein Kandidat eine teilweise Nachzählung der Stimmen gefordert. mehr 

Scheichs rüsten Syriens Rebellen auf

Assads Macht gerät ins Wanken

Scheichs rüsten Syriens Rebellen auf

Die bewaffnete syrische Opposition wird mit Geld und Waffen aus den reichen Golf-Staaten und Hilfe der USA immer stärker. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Assads Macht gerät ins Wanken

Scheichs rüsten Syriens Rebellen auf

Fast 100 Tote in Syrien

UN-Beobachter bestätigen Blutbad

Die IWF-Chefin zeigt sich hart

Lagarde hat kein Mitlied mit den Griechen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Pfingstsonntag

Die Nordkirche gründet sich

Sonntag wird im holsteinischen Städtchen Ratzeburg aus den drei alten Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern eine neue gegründet – die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, kurz: Nordkirche. Vorausgegangen sind 13 Jahre ... Von Frank Vollmer  mehr

 

Interview mit Gerda Hasselfeldt (CSU)

"Betreuungsgeld ohne Auflagen"

 

Bundestag debattiert über Flughafendebakel

"Wahnsinn", "Provinzniveau", "versemmelt"

 
 

Seeheimer Kreis kritisiert Troika

SPD-Politiker sehnen sich nach Kanzlerkandidaten

 

Merkel und Seehofer angeblich einig

Weg für Schröders flexible Frauenquote offenbar frei

Top-Services