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Kommentar: Der Bildungsstreik will viel zu viel

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009 - 09:53

Düsseldorf (RP). Die 240 000 Schüler und Studenten, die am Mittwoch in den "Bildungsstreik" traten, rühren zu Recht an viele Schwachstellen unseres Bildungssystems. Doch dafür, dass ihr Protest wirklich in der Mitte der Gesellschaft ankommt, ist die Kritik zu einseitig und zu pauschal.

Zudem weckt sie den Verdacht, dass neben einiger berechtigter Forderungen einer Leistungsfeindlichkeit das Wort geredet wird, die dem Bildungsstandort Deutschland schaden würde. Die Ausschreitungen in Rheinland-Pfalz diskreditieren zudem die guten Absicht der Mehrheit.

Zu den einzelnen Punkten: Bei der Reform der Hochschulen sind viele Fehler gemacht geworden. Vielfach sind die Studieninhalte im Hauruck-Verfahren in enge Lehrpläne gepresst worden. Mancherorts sind auch die Lehrenden völlig überfordert. Dennoch ist die Reform grundsätzlich richtig, um Deutschland den Anschluss an die internationale Wissenschaft und Wirtschaft zu garantieren.

Die Forderung nach Abschaffung der Studiengebühren gleicht dem Sägen am Ast, auf dem man sitzt. Ohne Studiengebühren werden die Universitäten ihr Niveau nicht halten können. Die Debatte um die Zukunft der Hochschulen muss dringend entideologisiert werden.

Quelle: RP

 
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