Kristina Köhler wird Familienministerin: Der CDU-Nachwuchsstar zieht ins Kabinett
zuletzt aktualisiert: 27.11.2009 - 18:55Frankfurt/Main (RPO). Mit 25 Jahren zog sie in den Bundestag ein, mit 32 Jahren ist sie bereits Familienministerin. Kristina Köhler ist die Nachfolgerin von Ursula von der Leyen, die Arbeitsministerin wird. Köhler ist damit die jüngste Ministerin im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel.
"Ich bin in Zukunft weiter zuständig für Islamkonferenz, Religionsgemeinschaften, Statistik, Integration, Extremismus und Datenschutz." So hatte Kristina Köhler noch am Dienstag über Twitter ihre Aufgaben im neugewählten Bundestag mitgeteilt. So schnell ändern sich Lebenspläne, denn seit Freitag steht fest: Die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete wird mit 32 Jahren neue Bundesfamilienministerin und damit Nachfolgerin Ursula von der Leyens, die ins Arbeits- und Sozialministerium wechselt.
Kristina wer? Ihre eigene Homepage und die Internetseiten, die über sie informieren, waren am Freitagnachmittag überlastet. Köhler ist im Gegensatz zu von der Leyen ledig und kinderlos. Die Soziologin promovierte gerade erst am Institut für Politikwissenschaft der Universität Mainz bei dem Parteienforscher Jürgen Falter.
Fachpolitikerin für Islam, Integration und Extremismus
Ein steiler Aufstieg: Die künftige Familienministerin ist seit 2002 im Bundestag. Bei der Wahl im September gewann sie den Wahlkreis Wiesbaden mit 40,8 Prozent gegen Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) und den früheren FDP-Vorsitzenden Wolfgang Gerhardt.
Köhler war bisher Mitglied des Innenausschusses. Dort hat sie sich vor allem als Fachpolitikerin für Islam, Integration und Extremismus mit deutlichen Wortmeldungen eingeschaltet. Zudem ist sie stellvertretende Vorsitzende des Bundesfachausschusses "Innenpolitik und Integration" der Bundes-CDU.
In Wiesbaden hat Köhler die bundesweit einmalige Integrationsvereinbarung der Stadt mit muslimischen Organisationen mit angestoßen und begleitet. Einen Namen hat sich die 32-Jährige in der vergangenen Legislaturperiode auch als Obfrau im BND-Untersuchungsausschuss des Bundestags gemacht. Dort ging es um die Rolle der deutschen Geheimdienste im Irak.
"Deutschenfeindliche Gewalt"
Bessere Rahmenbedingungen für Familien, damit sich junge Paare leichter für Kinder entscheiden - so hat Köhler ihre familienpolitischen Ziele im Bundestagswahlkampf formuliert. Das will die regelmäßige Joggerin - vier Mal pro Woche steigt Köhler am Berliner Spreeufer oder im Wiesbadener Kurpark in die Laufschuhe - durch niedrigere Steuern und Abgaben für Familien erreichen; außerdem durch die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten für Kinderbetreuung, ein ergänzendes Familiensplitting zum Ehegattensplitting sowie eine familiengerechte Arbeitswelt.
Aufsehen erregte die 32-Jährige mit der Behauptung, es gebe eine "deutschenfeindliche Gewalt" von Ausländern. Dabei berief sie sich unter anderem auf Forschungsergebnisse des Kriminologen Christian Pfeiffer, der Köhlers Aussagen allerdings als "Missbrauch" seiner wissenschaftlichen Befunde zurückwies.
Köhler gehört der selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) an, die eine konservative Richtung lutherischer Theologie vertritt und liberale, feministische oder politische Deutungsmodelle der Bibel ablehnt.
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