Ole und Kristina Schröder erwarten ein Kind: Der Mann der Ministerin
VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 21.01.2011 - 11:39Berlin (RP). Ole Schröder hat eine steile politische Karriere hinter sich. In acht Jahren schaffte es der Jurist vom Hinterbänkler zum Staatssekretär. Dennoch steht der 39-Jährige im Schatten seiner Frau, Familienministerin Kristina Schröder.
Eine Anekdote soll er noch erzählen. Aus seinem Berufsleben. "Nöö", sagt Ole Schröder und lehnt sich im schwarzen Lederstuhl im Café des Bundestags zurück. "Da fällt mir jetzt nichts ein."
Der Staatssekretär im Innenministerium Ole Schröder gehört in der deutschen Politik zu den unauffälligen Charakteren. Jene Volksvertreter, die mit schwarzem Aktenkoffer durch das Regierungsviertel eilen und immer ein bisschen staatspolitische Verantwortung ausstrahlen. "Farblos", nennen das Amtskollegen, die sich gerne reden hören und noch lieber vor der Kamera sehen. Im ersten Eindruck hat der 39-jährige CDU-Mann durchaus etwas Biederes. Typ Jurist. Feiner Anzug, silberne Manschettenknöpfe, klassischer Scheitel. Höflich in der Form, adrett im Auftreten. Rechtsanwalt ist der 39-Jährige wirklich. Bieder indes nicht. Schröder schätzt die leise Ironie, den süffisanten Seitenhieb. "Ein aufrechter Konservativer aus dem Norden", beschreibt ihn ein Kollege aus der Fraktion. "Das Rampenlicht braucht er nicht."
Doch genau da steht er jetzt. Ole Schröder ist seit einem Jahr mit Kristina Schröder, geborene Köhler, verheiratet. Die 33-Jährige CDU-Politikerin aus Hessen ist Bundesfamilienministerin und jüngstes Mitglied im Kabinett Merkel. Im Juli soll das erste Kind kommen. Spätestens dann gehören die Schröders neben den Guttenbergs und Wulffs zu den spannenden Polit-Pärchen. Der Boulevard lechzt nach Bildern und Geschichten. Kommt ein Wickeltisch ins Kabinett? Geht die Ministerin in Teilzeit? Doch die Schröders blocken ab. "Das ist Privatsache", sagt Ole Schröder. Man merkt, dass ihn das Thema nervt. Die beiden CDU-Politiker haben ihr Geheimnis lange gehütet, erst am Mittwoch via "Bild"-Zeitung den baldigen Nachwuchs verkündet. Manche Entwicklungen lassen sich eben nicht verbergen.
Ole Schröder lernte seine Frau im Innenausschuss des Bundestages kennen. Sie: selbstbewusste Juristin mit dem Faible für die Themen Extremismus und Islam. Er: selbstbewusster Jurist mit dem Faible für Innenpolitik. Beide überzeugte Konservative. Wenn es um die Linkspartei geht, legt Ole Schröder seine norddeutsche Besonnenheit ab. Dann erzählt er leidenschaftlich, wie Linken-Abgeordnete im Ausschuss versuchten, von ihrem "Kommunismus-Wahn" abzulenken. Mit der Jungen Union habe er Mitte der 1980er Jahre mal an der Mauer demonstriert, sagt Schröder und muss ein wenig lachen. Helmut Kohl war aber nie sein Typ.
Während Kristina Schröder als Jugendliche Plakate des Altkanzlers im Zimmer hängen hatte, fand Ole Schröder den Ex-Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, Gerhard Stoltenberg, gut. "Diese Gelassenheit und Coolness, das war bewundernswert", sagt Schröder. Wohl auch wegen Stoltenberg zog es den Rechtsanwalt, der über das "Recht der Vertriebsorganisation im deutsch-südafrikanischen Handelsverkehr" promovierte und ein Jahr in Südafrika lebte, in die Politik. Schröders Vater, Einzelhändler aus der Gemeinde Rellingen (Kreis Pinneberg) und selbst kommunalpolitisch aktiv, riet seinem Sohn von dem "politischen Geschäft" ab. Zu viel Ärger.
Schnelle Karriere in Berlin
Doch der junge Mann aus dem Norden machte in Berlin schnell Karriere. Vom Innenausschuss wechselte er in den Haushaltsausschuss, dem wichtigsten Gremium des Bundestags. Dort kürzte er Ministern die Etats und profilierte sich als Befürworter eines Komplettumzugs der Bundesregierung von Bonn nach Berlin. Als CDU-Innenminister Thomas de Maiziere im Herbst 2009 einen Staatssekretär suchte, empfahl Peter Altmaier, Schröders Vorgänger im Ministerium und heute Fraktions-Geschäftsführer, den umtriebigen Rechtsexperten. "Souverän" agiere Schröder seither, lobt der Chef des Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU). In hitzigen Auseinandersetzungen bewahre er "einen kühlen Kopf".
Für einen Ersatz-Minister hält sich Schröder wie so viele andere Staatssekretäre nicht – trotz seines umfassenden Aufgabengebiets von Migration bis Europapolitik. "Er nimmt sich nicht so wichtig", sagt Fraktionsvize Günter Krings. Und farblos, sei er auch nicht. "Mit Ole kann man gut ein paar Bier trinken und sich köstlich amüsieren." Über ältere Kollegen, die stichelten, dass seine Frau ja das höhere Amt innehabe, kann Ole Schröder nur lachen. "Lächerlich", sagt er. "Das hat noch nie eine Rolle gespielt." Eine Auszeit für das Kind? Dazu sagt er nichts. Vorstellbar ist es aber wohl schon.
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