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Kommentar zur Wulff-Affäre
Der Präsident fährt abwärts

Presse: "Wulff von allen guten Geistern verlassen"
Presse: "Wulff von allen guten Geistern verlassen" FOTO: dpa, Wolfgang Kumm
Düsseldorf. Christian Wulff verbraucht täglich mehr von jenem Kredit, den Angela Merkel ihm als Vertrauensvorschuss für seine Aufklärungsfähigkeit in eigener Sache großzügig gewährt hat. Von Gregor Mayntz:

Seit Mitte Dezember wiederholt sich der bedenkliche Vorgang, dass die Wogen nach jeder scheinbaren Beruhigung um die Hauskreditaffäre wenig später um so höher schlagen. Die Halbwertzeit von Wulffs Aussagen, nun endlich vollständige Transparenz hergestellt zu haben, schrumpft beängstigend zusammen.

Darf ein Bundespräsident am 15. Dezember behaupten, seinen Kredit "inzwischen" abgelöst zu haben, den Vertrag aber erst am 21. Dezember unterschreiben? Darf ein Bundespräsident unter Drohungen und wüsten Beschimpfungen kritische Berichterstattung zu verhindern versuchen?

2015 oder Ende dieser Woche?

Es ist nicht verboten. Aber wer Schaden vom Amt fernhalten will, der tut das nicht.

"Wer mit der Bild-Zeitung im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten." Das hat Springer-Chef Matthias Döpfner als Prinzip des Boulevard-Journalismus verraten. Den Knopf nach oben bzw. unten hat Wulff selbst verwechselt.

Ob er die Fahrtrichtung korrigieren kann, bevor er ganz unten angekommen ist, hatte und hat er selbst in der Hand. Inzwischen geht es tatsächlich darum, ob das Ende seiner Amtszeit erst Ende Juni 2015 gekommen ist. Oder Ende dieser Woche.

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Quelle: RP
 
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