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Kommentar: Der SPD schwant da was

VON SVEN GÖSMANN - zuletzt aktualisiert: 26.05.2008 - 21:13

Düsseldorf (RP). Die Umfragewerte der SPD sind im Keller, ihr Chef Kurt Beck ist so unbeliebt wie Regen im August, die linke Konkurrenz macht Druck. Nur unter diesen Vorzeichen lässt sich die Entscheidung verstehen, Gesine Schwan als Herausforderin des populären Horst Köhler zu nominieren. Schwans Kandidatur bietet der SPD die beinahe letzte Chance zum Befreiungsschlag.

Die Partei demonstriert ihren Willen zur Konfrontation und damit zur Macht. Hätte die SPD-Spitze dem ersten Impuls nachgegeben und Köhler gestützt, wäre das als Einverständnis in die Rolle als Juniorpartner in der großen Koalition -­ vielleicht über 2009 hinaus ­- gedeutet worden.

Dabei ist es unappetitlich, aber einkalkuliert, dass Schwan sich mit den Stimmen der Linken wählen lässt. Es nimmt lediglich den Sündenfall vorweg, falls die SPD nach der Bundestagswahl ein rot-rot-grünes Bündnis unter einem SPD-Kanzler schmieden könnte.

Das Duell Köhler gegen Schwan bietet im übrigen Chancen für beide Lager. CDU und CSU haben ein Geschenk erhalten ­ für die bayerische Landtagswahl im September und für die Bundestagswahl ein Jahr später. Hüten sie sich vor plumpen Rote-Socken-Kampagnen und setzen stattdessen auf den Bürgerpräsidenten-Bonus des Horst Köhler, verhindern sie Schwan, Rot-Rot und stürzen Beck.

Anpfiff zum Finale!

Quelle: RP

 
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