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Nach dem vereitelten Anschlag in Deutschland: Der Terror kommt aus Usbekistan

zuletzt aktualisiert: 06.09.2007 - 10:20

Berlin (RPO). Nach der Festnahme von drei Terrorverdächtigen haben deutsche Ermittler die Islamische Dschihad-Union ins Visier genommen. Die terroristische Vereinigung kommt aus Usbekistan und kämpfte dort für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates. Jetzt bedrohen die Dschihadisten Deutschland und weitere europäische Länder.

Die drei im Sauerland festgenommenen Verdächtigen sollen Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union sein. Diese Gruppierung ging nach Angaben von Bundesanwältin Monika Harms aus der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) hervor, die sich zu den Selbstmordanschlägen in der usbekischen Haupststadt Taschkent 2004 bekannt hatte. Bei einer Serie von Anschlägen auf lokale Märkte und Polizeistationen im Frühjahr 2004 wurden nach US-Informationen insgesamt 47 Menschen getötet, darunter auch 33 Terroristen.

Im Juli 2004 folgten Selbstmordattentate auf die israelische und die US-Botschaft sowie das Büro des usbekischen Generalstaatsanwalts in der Hauptstadt Taschkent. Dabei wurden neben den Attentätern zwei Menschen getötet und neun verletzt. Die Mitgliederzahl der Organisation ist nach dem Bericht des US-Außenministeriums unbekannt. Laut Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich die Islamische Dschihad-Union nach Beobachtungen der Geheimdienste "dem Netzwerk von El Kaida in den letzten Jahren angenähert".

Die Dschihad-Union war nach Angaben von Bundesanwältin Harms zunächst in Zentralasien aktiv, im Zuge des globalen Dschihad habe sie sich unter anderem auch nach Europa ausgedehnt. Im Winter 2006 sei eine deutsche Zelle entstanden, deren Ziel es gewesen sei, Mitglieder in Deutschland zu rekrutieren und Anschläge zu verüben. Deutschen Medienberichten zufolge hatten die US-Behörden Berlin bereits Anfang des Jahres vor der Islamischen Dschihad-Union gewarnt, weil sie Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland plane.

Die IMU, Vorläufer der Islamischen Dschihad-Union, hat ihre Hochburg im Fergana-Tal, in dem auch die Stadt Andischan liegt. Dort hatten nach Darstellung der usbekischen Regierung Islamisten im Mai 2005 einen Aufstand organisiert, der von der Regierung blutig niedergeschlagen wurde. Das durch zwei Gebirgszüge abgeschirmte Tal erstreckt sich von Usbekistan nach Kirgistan und Tadschikistan.

Auch die Anführer der in Deutschland verbotenen Hizb ut-Tahrir stammen aus dem Fergana-Tal. Die drei in Deutschland festgenommenen Terrorverdächtigen sollen alle Kontakte nach Pakistan gehabt haben und auch in dortigen Ausbildungslagern gewesen sein. Pakistan ist seit Jahren ein Sammelbecken für Islamisten aus aller Welt. In den nur schwer zugänglichen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan hat sich ein gesetzesloser Raum entwickelt.


 
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