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Erstes Halbjahr 2017
Deutlich mehr Abschiebungen in die Mahgreb-Staaten

Deutlich mehr Abschiebungen in die Mahgreb-Staaten
Bundespolizisten in neongelben Westen begleiten abgelehnte Asylbwerber aus Tunesien im Zubringerbus auf dem Flughafen Leipzig/Halle zum Flugzeug. FOTO: dpa, hsc tba
Berlin. Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland in die Maghreb-Staaten ist im ersten Halbjahr 2017 stark gestiegen. Das geht aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor.

Diese liegen den Zeitungen der Funke Mediengruppe vor. Mit 623 Abschiebungen nach Algerien, Marokko und Tunesien hat sich deren Zahl in den ersten sechs Monaten 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht. Bis Ende Juni 2016 waren 166 Personen in die Maghreb-Staaten abgeschoben worden; im gesamten Jahr 2016 waren es 398.

Im Gegensatz dazu hat sich die Gesamtzahl der Abschiebungen im ersten Halbjahr 2017 verringert - von 13.743 im ersten Halbjahr 2016 auf 12.545 von Januar bis Juni dieses Jahres.

Unterdessen wird ein Jobberatungszentrum für Rückkehrer aus Deutschland, das die Bundesregierung im März in Tunesien eröffnet hatte, bisher nur wenig genutzt. Bis Mitte Juli ließen sich 330 Tunesier in dem Büro beraten, darunter elf Rückkehrer. Dies belegen laut Zeitungsbericht Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die Bundesregierung plant in dem Zentrum bis Jahresende mit 2000 Beratungen.

"Wer nichts anzubieten hat, wird auch nicht ernst genommen"

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) verteidigte das Beratungszentrum: Es biete "konkrete und handfeste Unterstützung für Rückkehrer und die Menschen vor Ort", sagte er den Zeitungen. Damit schaffe man Zukunftsperspektiven, gerade auch für die junge Generation.

Der migrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, sagte dagegen: "Kein Wunder, dass es in dem Zentrum ruhiger ist, als es sich der CSU-Minister erhofft." Tunesier suchten realistische, legale Einreisemöglichkeiten nach Europa - diese biete die Beratungsstelle nicht, so der Grünen-Politiker. "Wer nichts anzubieten hat, der wird auch nicht ernst genommen."

(KNA/csr)
 
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