"Islamische Pflicht": Deutsche Moslems zu Kooperation mit Polizei aufgerufen
zuletzt aktualisiert: 26.07.2005 - 06:32Düsseldorf (rpo). Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, hat seine Glaubensbrüder aufgefordert, radikale Tendenzen in Moscheen bei den deutschen Sicherheitsbehörden zu melden. "Wir betrachten die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden unseres Landes als eine Bürgerpflicht und als eine islamische Pflicht", sagte der Islamwissenschaftler in einem Interview der Rheinischen Post.
Jede "Grenzüberschreitung zur Radikalisierung" müsse gemeldet werden.
Damit reagierte Elyas auf Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), der die Moslems in Deutschland zu mehr Mitarbeit gegen Extremismus und Terrorismus aufgefordert hatte.
In den vergangenen zwei bis drei Jahren sei die Bereitschaft gewachsen, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, erklärte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime weiter. "Nach jedem Anschlag wird man kooperativer, was die Zusammenarbeit mit den Behörden angeht."
"Wir rufen die Muslime in Deutschland dazu auf, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Aber mit Appellen allein ist es nicht getan. Es ist ein soziales Problem und kein religiöses. Die politischen Signale müssen auch für die Muslime deutlicher werden. Sie müssen merken, dass sie in dieser Gesellschaft gewollt sind", so Elyas in der Rheinischen Post.
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